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Verkehr : „Else“ für viele Wochen lahm gelegt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Störfähre zwischen Beidenfleth und Bahrenfleth: Offenbar hat ein Binnenschiffer das Antriebsseil gekappt. Wasserschutzpolizei spricht von unglücklicher Verkettung

„Bis die Fähre ihren Betrieb wieder aufnehmen kann, wird der März wohl vorbei sein.“ Das befürchtet Beidenfleths Bürgermeister Peter Krey. Die zwischen seiner Gemeinde und Bahrenfleth verkehrende Seilfähre ist seit Freitag, dem 13. außer Betrieb. Zunächst hatte es geheißen, die einzige Störquerung zwischen Sperrwerk und Heiligenstedtener Klappbrücke könne wegen Eisgangs nicht fahren und außerdem müsse ein Seil gewechselt werden. Wie inzwischen bekannt wurde, gibt es aber einen weit größeren Schaden – offenbar verursacht durch ein Binnenschiff.

Wie die Wasserschutzpolizei in Brunsbüttel bestätigt, war das Antriebsseil gekappt worden, während die Fähre gerade auf Bahnenflether Seite lag. Zu der Zeit passierte ein Binnenfrachter die Stelle. Das Schiff soll mit 1400 Tonnen Soja beladen gewesen sein. Zur möglichen Unfallursache sprach der Beamte von einer Verkettung unglücklicher Umstände. Fähre wie auch Binnenschiff seien wohl den Vorschriften entsprechend unterwegs gewesen. Der Anfahrwinkel des Frachters war – verbunden mit dem gerade herrschenden Wasserstand und dem durch die Ladung bedingten Tiefgang – aber so unglücklich gewesen, dass das Schiff das in diesem Moment nicht gespannte Seil erwischt habe. Ein Unfall im klassischen Sinne liegt laut Wasserschutzpolizei nicht vor. Jedenfalls sei nicht die dann für die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) fällige Unfallanzeige erstellt worden. Ein eventueller Schadensausgleich müsse gegebenenfalls zivilrechtlich erfolgen.

Für Peter Krey macht das den Fall nicht besser. Die Gemeinden Beidenfleth und Bahrenfleth sind zu gleichen Teilen Eigentümer der Fähre, die nur auf diese Weise überhaupt erhalten werden konnte. Unterstützt werden die Gemeinden durch einen rührigen Förderverein, während sich eine private Gesellschaft um den Betrieb kümmert.

Nach Angaben von Peter Krey ist nicht nur das Antreibsseil gerissen, sondern auf Bahrenflether Seite auch die dafür erforderliche Verankerung massiv in Mitgleidenschaft gezogen worden. „Der Führer des Binnenschiffes hat gesagt, er habe davon gar nichts bemerkt“, so Krey. Weil ein Anlegemanöver bevorstand, sei das Schiff auch nur sehr langsam unterwegs gewesen. Die Gefahr, dass Fähre „Else“ hätte außer Kontrolle geraten können, habe aber nicht bestanden. Dafür gebe es ein noch stärkeres Führungsseil, das unbeschädigt geblieben war.

Für die Gemeinden und den Fährbetreiber ist es jedenfalls ein Schlag ins finanzielle Kontor. Neben den wochenlangen Einnahmeausfällen hängen auch die drei festangestellten Fährleute in der Luft. Erst einmal sollen jetzt Gutachter klären, was genau passiert ist. Dann bleibt die Frage der Haftung.

„Jetzt geht das schon wieder los“, steckt Krey noch die lange Auszeit vor einem Jahr in den Knochen, als die Fähre wegen offenbar unzulänglicher Bauausführung an einer Anlegestelle monatelang nicht fahren konnte. Hier hoffen die Gemeinden noch immer auf Schadensausgleich durch den Kreis, weil es sich um eine Kreisstraße handelt. Seit einem Besprechungstermin vergangenen September im Kreishaus habe man aus Itzehoe aber nichts mehr gehört.

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erstellt am 17.Jan.2017 | 05:40 Uhr

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