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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Lesung im Itzehoer Landgericht : Einmal durch Deutschland gegangen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Autor Fritz Kunkelmoor wanderte von Flensburg nach Innsbruck und verfasste ein Buch über die Tour. Am Mittwoch liest er aus seinem Werk im Landgericht.

Was passiert, wenn jemand für mehrere Monate dem Alltag den Rücken kehrt und sich auf Wanderschaft macht? Fritz Kunkelmoor hat es getan und nach fast zehn Jahren seinen Traum von einer Wanderung durch Deutschland realisiert. „Ich habe mir da aus der Torte des Lebens mein Stück herausgeschnitten, es gegessen und genossen.“ Auf der Grundlage seines Reisetagebuchs hat er nun ein Buch veröffentlicht, in dem er von seiner Wanderung von Flensburg bis Innsbruck berichtet. Am kommenden Mittwoch liest der Wackener daraus im Landgericht.

„Ich bin als Wanderer gestartet“, sagt Kunkelmoor. Dann wurde er zum Pilger. Mit der Zeit vollzog sich eine Wandlung. In Erfde ist er noch traurig, die Freude über die ersten Kornblumen nicht teilen zu können. In der Lüneburger Heide vermag er sich schon alleine über die Blumenpracht zu freuen. Das Spüren seines inneren Glücksgefühls wird ihm immer bewusster. „Mein tägliches Mich-Selbst-Erleben inmitten von Natur und Kultur empfand ich als Geschenk – unmittelbar aus des Schöpfers Hand.“ Der Glaube begleitet ihn ständig, gibt Zuversicht, macht dankbar und demütig. In 100 Kirchen kehrt er ein. Gerade die Erhabenheit gotischer Architektur genießt der 1946 geborene Künstler sehr.

Mehrmals während seiner 84-tägigen Reise befindet Kunkelmoor sich auf waghalsigen Routen in Lebensgefahr, erleidet Rückschläge. Aber kleine Glücksbringer, darunter ein Holzkreuz, die er von lieben Menschen für die Reise erhalten hat, spürt er bei sich. Er vertraut auf eine Führung und hört auf sein Herz. Er erlebt geheimnisvolle Begebenheiten, stößt auf skurrile Mitmenschen und sichtet ganz nebenbei sein eigenes vielschichtiges Leben.

Kunkelmoor, der seinen Beamtenjob aufgab, um sich seiner Kreativität in Stein zu widmen, der sich seit vielen Jahren als Trauerredner mit der Schöpfung, dem Menschsein und dem Tod befasst, hat auf seiner Reise auch innerlich resümiert. „Mit eigenen Füßen habe ich Deutschland durchwandert – und währenddessen in meinem täglichen Gedankenritual wohl auch alle Zeiten meines Lebens“, schreibt er zum Schluss seines Buches. Am Ende der Reise fühlt er sich sehr gut: „Ich wäre am liebsten bis Jerusalem oder wenigstens bis zum Papst in Rom weitermarschiert. Aber meine Seele war voll – und mein Portemonnaie war leer.“

Über das Abenteuer seiner äußeren und inneren Reise berichtet Fritz Kunkelmoor auf Einladung des Vereins Justiz und Kultur im Landgericht, wo er bereits dreimal seine Skulpturen zeigte. Die Lesung beginnt Mittwoch, 23. November, um 19 Uhr.

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