zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 13:08 Uhr

Nahversorgung : Einkaufen: Neue Sorgen in Wellenkamp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadtteil-Vertretung befürchtet ein Wegbrechen der Nahversorgung / Sky und Aldi dementieren aber Schließungspläne

Wenn Volker Susemihl einkaufen geht, dann kommen ihm sorgenvolle Gedanken: Sowohl für den Sky-Markt am Alsenskamp als auch für den Aldi-Discounter am Lübschen Kamp werde laut über eine Schließung nachgedacht – weil beide Standorte zu klein seien. Als Sprecher der Wellenkamper Runde, einem Zusammenschluss der wichtigsten Vereine des Viertels, bangt er darum, dass die Nahversorgung in seinem Stadtteil in naher Zukunft zusammenbrechen könnte. „Würden beide Märkte in naher Zukunft schließen, hätte dies fast einen Totalausfall der Nahversorgung im Stadtteil Wellenkamp mit über 3000 Haushalten zur Folge. Große Märkte wären nur noch mit dem Auto zu erreichen.“

In der Tat: Schon seit dem Jahr 2012 denkt die Betreiber-Firma Coop über die Vergrößerung des Sky-Markts nach. Weil das bestehende Grundstück zu klein ist, schuf die Stadt bereits Anfang 2014 Baurecht auf einem Grundstück an der Wellenkamper Chaussee. Allerdings ging die Coop nicht auf das Angebot ein: Aufgrund der „derzeit unklaren Wettbewerbssituation“ habe man das Projekt gestoppt, teilte die Genossenschaft damals mit. Auch Aldi dachte seiner Zeit über den Bau einer größeren Filiale an der De-Vos-Straße nach – ebenfalls ohne Ergebnis.

„Ja, wir würden uns gerne optimieren“, bestätigt ein Aldi-Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Aber Pläne zur Schließung des bestehenden Marktes gebe es derzeit nicht. Und auch Coop-Sprecherin Katharina Rehm teilt mit: „Es gibt derzeit keine Pläne, den Sky-Markt Alsenskamp in Itzehoe in absehbarer Zeit zu schließen. Langfristig gesehen sind wir zwar an einem Standortwechsel interessiert, jedoch nur innerhalb von Wellenkamp, sodass Sky den Itzehoern in diesem Stadtteil auf jeden Fall als Nahversorger erhalten bleibt.“

Die Stadt ist seit langem mit den Marktbetreibern im Gespräch: Aldi und Coop wollten ihre Märkte aus betriebswirtschaftlichen Gründen verlagern, so Rathaus-Sprecher Frank-Dieter Simon. „Es ist geplant, die bestehenden Märkte zur Sicherung der Nahversorgung zunächst befristet zu betreiben, bis eine alternative Lösung realisiert ist.“ Sollte sich keine Lösung finden, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Anbieter mittelfristig ihre Standorte aufgeben würden.

Grund genug also für die Sprecher der Wellenkamper Runde, zu denen auch Carola und Uwe Burmeister sowie Friedrich Bessel gehören, misstrauisch zu bleiben. Wenn die Märkte schließen, so fürchten sie, würde es nicht lange dauern, bis auch Postfiliale, Bäckerei und Lotto-Annahmestelle abwandern. „Das zieht einen ganzen Rattenschwanz nach sich“, sagt Volker Susemihl. Politik und Verwaltung sehen seiner Meinung nach tatenlos zu: „Wir fordern die politischen Kräfte auf, sich für eine intakte Nahversorgung im bevölkerungsreichsten Stadtteil einzusetzen.“

Ein Vorwurf, den Sönke Doll (SPD), Vorsitzender im Stadtentwicklungsausschuss, so nicht auf sich sitzen lassen will: „Wir haben großes Interesse daran, den Einzelhandel in Wellenkamp zu stabilisieren.“ Er sei jederzeit zu Gesprächen bereit. Allerdings sehe es für ihn so aus, als wenn die Marktbetreiber momentan kein Interesse hätten.

Seitens der Stadt habe man möglichen Betreibern und Projektentwicklern sogar schon eine weitere Fläche in Wellenkamp angeboten, so Simon. Er versichert: „Die Stadt ist regelmäßig im Kontakt mit den Betreibern von Lebensmittelmärkten und möglichen Investoren, um eine nachhaltige attraktive Lebensmittelversorgung für den Stadtteil Wellenkamp zu erreichen.“


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 03.Aug.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen