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Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 19:40 Uhr

Itze-Cool-Camp : Einfach rumhängen ? Ist nicht drin !

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vielseitiges Sommercamp der Stadt Itzehoe geht nach zwei Wochen zu Ende – Neuauflage schon geplant.

Das Camp hat seine eigenen Regeln: Wer morgens in das kleine Hüttendorf im Freibad kommt, muss sich erstmal beim Arbeitsamt melden. Nicht unbedingt das, was man in einem Sommerferien-Programm für Kinder erwartet, doch dahinter steckt die pädagogische Grundidee des inzwischen achten Itze-Cool-Camps des Kinder- und Jugendbüros Itzehoe: Einfach rumhängen ist nicht.

Denn nur wer Aufgaben übernimmt, erhält „Tonis“, die Camp-Währung, und die wird benötigt, um die richtig tollen Sachen zu machen. Natürlich gibt es für unbeliebte Aufgaben wie Abwaschen mehr Tonis als für die Mitarbeit in der Holzwerkstatt oder das Schreiben für die Campzeitung „ICC-Rundschau“.

Den rund 120 Kindern zwischen 7 und 14 Jahren scheint das Konzept zu gefallen. Sie planen ihren Tag selbst, anstatt auf Unterhaltung zu warten. Henrike zum Beispiel arbeitet als Schwimmhelferin, achtet darauf, dass niemand zu lange im Wasser bleibt oder Nichtschwimmer sich ins tiefe Wasser verirren. Die verdienten Tonis investiert die Zehnjährige selbst in Badezeit. Auch für Freundin Marie (8) sind die große Rutsche und der Whirlpool die Highlights des Camps. Die Tonis dafür stammen unter anderem aus der Holzwerkstatt.

Selbstverwaltung ist auch sonst das Stichwort im Itze-Cool-Camp: Der gewählte Camp-Rat kümmert sich um die Abläufe oder schlichtet Streit, wie in einem Fall, als ein „Toni-Diebstahl“ entdeckt wurde. Der reuige Täter musste abwaschen, während alle anderen Kinder baden gingen. Danach war die Angelegenheit erledigt. „Das finde ich am tollsten hier im Camp“, sagt der zwölfjährige Erik. „Es gibt zwar auch mal Streit, aber der wird schnell gelöst, und dann sind wieder alle nett zueinander. Prügeleien oder Beleidigungen kommen hier nicht vor.“

Begleitet wird das Itze-Cool-Camp von einem rund 30-köpfigen Team unter Leitung von Carsten Roeder. Neben hauptamtlichen Mitarbeitern des Kinder- und Jugendbüros sind auch viele Ehrenamtler dabei. „Wir sind immer mindestens zehn Helfer, die die Kinder beaufsichtigen und die unterschiedlichen Angebote anleiten.“ Zum Beispiel das Ehepaar Hosseinj, das aus Afghanistan stammt. Bei Schneiderin Forunan Hosseinj können die Kinder nähen lernen, ihr Mann gibt Malkurse. „Wir kennen uns schon von der Zeit im Aufnahmelager auf dem Prinovis-Gelände“, sagt Roeder. „Inzwischen sind die Hosseinjs nicht mehr in Itzehoe untergebracht, kommen aber jeden Tag extra her, um mit den Kindern zu arbeiten.“

Er ist zufrieden mit dem Verlauf des diesjährigen Camps, dass heute nach zwei Wochen endet. Im kommenden Jahr wird das Freibad für die neunte Auflage, das ist schon sicher: „Es wird bestimmt wieder ein Camp geben. Die Nachfrage ist da – es gibt ja immer sogar eine Warteliste.

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erstellt am 05.Aug.2016 | 05:00 Uhr

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