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Frauenrechte : Ein Zeichen für Gerechtigkeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Frühstückstreffen und rote Rosen am Dienstag in Itzehoe zum internationalen Frauentag: Ein großes Thema ist die Arbeits- und Rentensituation.

Etwa 80 Frauen verschiedenster Nationen aus dem Kreis Steinburg trafen sich gestern zum gemeinsamen Frühstück im Kreistagssaal in Itzehoe. Vor dem Hintergrund des Internationalen Frauentags trafen sie sich, um einander besser kennen zu lernen und näher ins Gesprächen kommen – über die Situation von Frauen in der Region und weltweit.

Im Namen der Organisatorinnen begrüßte die Itzehoer Gleichstellungsbeauftragte Karin Lewandowski die Teilnehmerinnen und wies auf auf die Bedeutung des Frauentags, der seit über 100 Jahren am 8. März begangen wird. Das Datum wurde damals nicht von ungefähr gewählt: ein Unglück in einer Textilfabrik – ähnlich wie es in jüngster Vergangenheit oft in Bangladesch geschah –, das zahlreichen Frauen das Leben kostete. Daraufhin, so Karin Lewandowski, kamen Frauen zu einer internationalen Konferenz zusammen, neben der Arbeitssituation waren der Kampf für das Wahlrecht sowie das Selbstbestimmungsrecht der Frauen weitere große Themen.

Sicher hätten Frauen in Deutschland heute schon viel erreicht, was im internationalen Vergleich hohes Niveau bedeute. „Trotzdem: Jede zweite allein erziehende Mutter lebt mit ihren Kindern von Sozialhilfe und ist arm“, so Karin Lewandowski. Ebenso auf Grundsicherung angewiesen sind zunehmend Rentnerinnen. Lewandowski fordert: „Frauen dürfen nicht benachteiligt werden, gerade dann nicht, wenn sie sich für Kinder entscheiden.“ Das unterstrich auch Asuman Özsimsek von der Frauengruppe des Moscheevereins Itzehoe: „Die Frauen müssen von allen respektiert werden, denn sie sind die Mütter der Menschlichkeit.“

Doch nach wie vor würden Frauen für gleiche Arbeit wie Männer auch nicht den gleichen Lohn erhalten, wies Karin Lewandowski auf ein weiteres Problemfeld hin. Mit dem Equal Payday, der in diesem Jahr der 18. März ist, machen Frauen darauf besonders aufmerksam. Bis zu dem Tag haben Frauen erst das Jahreseinkommen der Männer aus 2016 erreicht. Der Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen (ASF) wird darauf am 18. März an einem Stand in der Itzehoer Fußgängerzone aufmerksam machen, wie deren Vorsitzende Gerlinde Böttcher-Naudiet betonte.

Die ASF hatte gestern in der Innenstadt rote Rosen an die Frauen verteilt, auch an deren Arbeitsplätzen. So wie Doris Wohlers, Verkäuferin im Modegeschäft „Bonita“, die eine Rose von der Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen entgegen nahm. Den Internationalen Frauentag findet sie gut, denn „die Frauen leisten so viel mit Haushalt, Kindern und Arbeit“, meinte Doris Wohlers. Birgit Herdejürgen war überrascht, aber auch begeistert, dass der Weltfrauentag inzwischen in der Öffentlichkeit sehr stark wahrgenommen und gewürdigt werde. „Die Reaktionen sind überwiegend positiv“, bekräftigte auch Gerlinde Böttcher-Naudiet.

Doch wie und was wollen Frauen arbeiten? Der Frage ging Astrid Nielsen von der Beratungsstelle Frau und Beruf Steinburg während des internationalen Frauenfrühstücks nach. Auf Kärtchen sollten die Frauen ihre Vorstellungen niederschreiben, ohne die berühmte Schere im Kopf, ob etwas momentan umsetzbar ist. „Es wäre schön, wenn viele Frauen etwas schreiben. Dann haben wir viele Stimmen und nur viele Stimmen sind laut“, betonte Nielsen. Und so kam eine Vielzahl von Gedanken zusammen – zu Teil- und Vollzeitarbeit, zur Bezahlung, zu Ausbildungs- ebenso wie zu Berufswünschen, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zu Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und bezahlbare Kinderbetreuung, bis hin zu Wertschätzung bei und Spaß an der Arbeit.

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erstellt am 09.Mär.2017 | 14:45 Uhr

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