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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 21:50 Uhr

Zu Gast in Itzehoe : Ein Weltschiedsrichter und seine Entscheidungen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Markus Merk referiert im Theater Itzehoe über Kommunikation, Willen und den Umgang mit Druck.

Es waren die Gesten eines Schiedsrichters. Der Referent Markus Merk kann offenbar auch in seinem Leben nach dem Fußball nicht aus seiner Haut. Mit vollem Körpereinsatz erzählte er am vergangenen Dienstag von seinen Erlebnissen mit David Beckham, Zinédine Zidane und Luis Figo, gab seine Gedanken vor dem EM-Finale 2004 preis und berichtete von den Erfahrungen seiner Nordpol-Expedition. Es war ein ausgesprochen kurzweiliger Abend. Der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste (UVUW) hatte den ehemaligen Weltschiedsrichter zu seiner Vortragsreihe „Ein Abend im Theater“ nach Itzehoe eingeladen. „Wir freuen uns, dass Sie hier sind“, sagte der UVUW-Vorsitzende Lutz Bitomsky. „Markus Merk steht für Kompetenz, Seriosität, Fairness und Leistung. “

Die 25. Auflage zog mit rund 220 so viele Gäste wie nie zuvor an. Unter der Überschrift „Sicher entscheiden“ hätte man kaum jemand Besseren finden können als einen ehemaligen Schiedsrichter, der sich in 90 Minuten auf dem Platz der Herausforderung stellen muss, in Bruchteilen von Sekunden eine Entscheidung, und wenn möglich, die richtige zu treffen. Genau diese Herausforderung hat Merk im Alter von zwölf Jahren an die Pfeife gebracht. „Ich war fasziniert von diesen drei Männern, die sich dem Druck in einem vollbesetzten Stadion aussetzen und bereit waren Verantwortung zu übernehmen“, sagte er. Immer wieder brachte er Geschichten und Anekdoten, um das Thema des Abends zu verdeutlichen. „Mit Sanktionen allein werden Sie in keiner Entscheidungswelt lange glücklich“, befand er. Daher sei eine gute Kommunikation und die richtige Gesprächsführung entscheidend: „Man muss auch zuhören können.“ Ein David Beckham beispielsweise sei auf dem Spielfeld stets ein sehr kommunikativer Mensch gewesen, während Zinédine Zidane ein eher introvertierter Typ war. Mit dem impulsiven Portugiesen Luis Figo indes war an ein vernünftiges Gespräch auf dem Rasen nicht zu denken. Aber man dürfe vor schwierigen Typen nicht weglaufen. „Wenn Sie diese auf Ihrer Seite haben, werden Sie es deutlich leichter haben“, lautete Merks These dazu.

Eine ganz andere Art der Entscheidungsfindung begegnete dem ehemaligen Zahnarzt bei seiner Expedition an den Nordpol vor sechs Jahren. Als er und seine Begleiter nach fünf Tagen gerade einmal 20 Kilometer absolviert hatten und für die noch anstehenden 100 Kilometer nur weitere fünf Tage zur Verfügung waren, standen sie vor der Frage, wie es weitergeht. Die Voraussetzungen hatten sich geändert: „In diesen Fällen muss man in der Lage sein, Entscheidungen zielorientiert zu verändern. Das haben wir gemacht, und mit großem Willen haben wir schließlich den Nordpol erreicht.“

Dass Beharrlichkeit und Konsequenz zum Erfolg führen, machte Merk anhand seines Hilfsprojekts in Indien deutlich. Lange habe es gedauert, bis es sich von selbst getragen hat, „aber es hat geklappt“. Entgegen der allgemeinen Annahme, Schiedsrichter seien alleinige Entscheidungsträger, unterstrich Merk die Bedeutung von Teamarbeit, auch unter Referees. „Die schönsten Erfolge feiert man im Team und nie allein“, sagte er. Und das helfe beim Verarbeiten von Druck. Der Umgang mit diesem sei trainierbar. Aus Stress und Belastung könne Motivation werden. „Wenn Sie in Ihren Unternehmen Emotion und Motivation steigern, werden Sie erfolgreich sein“, so Merk.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 17:00 Uhr

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