zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Norddeutsche Rundschau

31. Oktober 2014 | 11:38 Uhr

Schlittenhunderennen : Ein Weltmeister aus Burg

vom

525 Teilnehmer aus 21 Nationen traten bei der Weltmeisterschaft im Schlittenhunderennen an – und das Team von Michael Tetzner aus Burg hatte die Nase vorn.

Burg | Er war Vize-Weltmeister und wurde im Sommer vom Deutschen Schlittenhunde-Sportverband geehrt. Das, dachte Michael Tetzner, "ist ja schon was". Ohne allzu große Erwartungen fuhr er deshalb zur WM-Ausscheidung nach Borken an der holländischen Grenze. Wäre er zum zeitgleich stattfindenden Sportlerball in Burg eingeladen gewesen, wo verdiente Sportler aus der Gemeinde ausgezeichnet wurden, wäre er gar nicht gefahren.
Sein Ziel: "Unter die ersten Fünf zu kommen, wäre schön." 525 Teilnehmer aus 21 Nationen traten an. Im ersten Lauf wurde der Burger Vierter - obwohl beim Fahren eine Achsenaufhängung brach. Mit einem geliehenen Wagen trat er am zweiten Tag an - auf einer längeren Strecke. Kein Problem für den 46-Jährigen und seine acht Hunde. Längere Strecken hatte das Team im Forst Christianslust beim Training schon zur Genüge absolviert. Und so hatte Tetzner im Ziel auch ein gutes Gefühl. "Schneller ging’s nicht", dachte er. Damit, dass er ganz oben auf dem Treppchen stehen würde, hatte er allerdings nicht gerechnet. Michael Tetzner wurde in der 8-Hunde-Klasse Weltmeister vor Spanien und Norwegen. Spanien? Schlittenhunde? Tetzner lacht. "Es gibt sogar einen Schlittenhundesportclub in Südafrika", sagt er.
Er ist an seinem sportlichen Höhepunkt angekommen
Der 46-Jährige ist immer noch "hin und weg". Er ist an seinem sportlichen Höhepunkt angekommen. In seinem Büro hängen zwar fast 300 Medaillen aus anderen Wettkämpfen. "Aber mehr als Weltmeister geht ja nicht." Tetzner ist stolz: "Wir haben hier keinen Schnee und fahren international ganz vorne mit." Hunderte Glückwünsche "aus allen Ecken der Nation" habe er erhalten. "Die Leute freuen sich, weil das kleine Dithmarschen die Welt platt macht."
Dabei war es eigentlich purer Zufall, dass der Burger überhaupt zum Schlittenhundesport gekommen ist. Als er 1988 zum Skilanglauf im Harz war, sah er ein Schlittenhunderennen. "Da hab’ ich gedacht: Ich kann mir ja auch mal einen Hund kaufen." Es wurden drei. Inzwischen hat Tetzner ein ganzes Rudel europäischer Schlittenhunde, züchtet selbst, vertreibt ein selbst kreiertes Hundefutter mit dem Namen "Forza 10" und ist als Fachmann auf der ganzen Welt gefragt - nicht nur für den Schlittenhundesport, sondern auch bei der Hundeerziehung. Sogar eine eigene Fernseh-Sendung war schon angedacht.
Ein Team mit den Hunden
Gibt es da überhaupt noch einen Bezug zu den Hunden? Oder sind sie längst nur noch Sportgeräte? "Ich muss zu jedem einen Bezug haben, sonst krieg’ ich keine Leistung aus dem Hund raus", sagt Michael Tetzner. Er müsse ein Team bilden, wie beim Fußball müsse jeder Hund an seiner Position mit den anderen harmonieren. Und Tetzner muss die Leistung abrufen können. "Ich habe ja keine Zügel, das läuft über Rufen", erklärt er. "Das geht nur, wenn die Hunde bereit sind, mit mir zu arbeiten."
Vertrauensaufbau, die richtige Team-Bildung, Zuchtqualität, gute medizinische Betreuung und gutes Futter - das seien die Kriterien, die den Erfolg ausmachen, sagt der Burger. Und das richtige Trainingskonzept. Tetzners Motto ist dabei: "Weniger ist mehr." Wenn es regne und die Hunde "den Kopf nicht aus der Hütte nehmen", sei es sinnlos, sie zum Training zu zwingen. Mit harter Hand werde sowieso nie gearbeitet.
Seine Hunde werden im Schnitt 17 Jahre alt
Die Hunde danken es ihm mit langer Gesundheit. 17 Jahre alt werden sie im Schnitt. Mit acht bis zehn Jahren gehen sie "in Rente". Einige dürfen dann als "Sofa-Hund" bleiben, andere werden in andere Familien vermittelt. Ein schwerer Schritt sei das, sagt Tetzner. "Wenn man alles zusammen erlebt hat, die ganze Welt zusammen gesehen hat - dann gibt man das Tier nicht gerne ab."
Für ihn ist der Schlittenhundesport längst eine Lebensaufgabe. Und für 2012 hat der 46-Jährige auch endlich geschafft, wovon er schon seit mehr als 20 Jahren träumt: eine Meisterschaft in Schleswig-Holstein durchzuführen. Vom 2. bis 4. November 2012 wird die Europameisterschaft im Schlittenhunderennen im Amt Burg-St. Michaelisdonn ausgetragen. "Wir haben die volle Unterstützung von Graf Rantzau", freut sich Tetzner. So können die Rennen im Forst Christianslust stattfinden.
"Da kommt organisatorisch Einiges auf uns zu", weiß der Burger. "Wir freuen uns über jede Hilfe." Sponsoren werden genauso gesucht wie Beschicker für den vorweihnachtlichen Markt, der das Rennen umrahmen soll. "Wir brauchen Unterstützung aus ganz Schleswig-Holstein", sagt Michael Tetzner. Die Welt komme nach Burg - "das kriegen wir so schnell nicht nochmal".

Anzeige
Anzeige
zur Startseite

von
erstellt am 02.Dez.2011 | 08:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige