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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 13:00 Uhr

Ein Sommerabend voller Kultur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lesungen, Musik, Malerei und vieles mehr: Glückstädter genießen ein abwechslungsreiches Angebot

So manch einer bemerkte sicherlich ein wenig erstaunt die Ströme von Menschen, die sich am Sonnabendabend durch die Glückstädter Innenstadt bewegten. Sie alle wollten jedoch nicht nur ihr Abendessen in einem der vielen Restaurants am Markt genießen und auch nicht den Spätsommerabend mit einem Eisbecher oder einem Glas Wein ausklingen lassen. Das alles war zwar auch möglich, doch zog es die Menschen vielfach zu den Veranstaltungsstätten der diesjährigen Kulturnacht.

Das Wetter hätte besser nicht sein können. Durch die laue Sommernacht ließ es sich wunderbar hin- und herpendeln zwischen Musik und Literatur, Ausstellung und Event. 22 verschiedene Veranstaltungen hieß es geschickt zu kombinieren, um möglich viel zu genießen. So konnte sich jeder sein persönliches Programm zusammenstellen. Der eine oder andere startete vielleicht im Ratskeller. Dort jazzte ab 19 Uhr das Wayne-Schlegel-Quintett, wobei dieser nur seinen Namen für die Band hergab. „Als wir uns zusammenfanden, wollte keiner so recht seinen Namen für die Band geben“, erklärte Nicolo Kramer, Sänger, Klarinettist und Saxophonist der Band, diesen außergewöhnlichen Umstand. Sehr beschwingt stimmten die vier Musiker das Publikum auf den langen Abend ein. So vielschichtig wie der Jazz selbst war auch das Repertoire der Band. Mit den guten alten Jazzklassikern wie „Feel the mellotone“ oder „Fly me to the moon“ füllten die Musiker schnell den Saal im Ratskeller und begeisterten ihre Zuhörer.

Doch auch anderswo startet die Kulturnacht schon früh. Man konnte den Abend ebenso am Rhin beginnen, wo die Ateliers von Wiebke Möller und Lore Schröder offen standen für Kunstliebhaber. Oder man ließ sich in der Bücherstube von Tania Schlie aus ihrem neuen Buch „Schreibende Paar“ vorlesen.

Gelesen wurde außerdem in der Stadtbücherei. Dort stellte Anja Marschall ihr neues Buch „Lizzy und die schweren Jungs“ vor. Seniorin Lizzy muss in dem spannend-komischen Kriminalroman die Spur eines verschwundenen Seniorenpaars aufnehmen. Dabei bekommt sie es mit einer Rockerbande zu tun und gerät in zwielichtige oder auch skurrile Etablissements. So erging es übrigens auch der Autorin bei ihren Recherchen auf der Hamburger Reeperbahn. In der legendären Davidwache testete sie die Ausnüchterungszelle: „Ich kann dieses Hotel nicht empfehlen. Die Betten sind hart, und es gibt keinen Frühstücksservice.“ Und auch die Recherche im „Silbersack“ blieb so hartnäckig im Gedächtnis, dass sie dem Publikum unbedingt einen Besuch der Kultkneipe empfahl.

Auch musikalisch ging die Kulturnacht weiter: mit Thomas Haloschan und Band in der gut gefüllten Stadtkirche, mit Tatevik Voskanyoan im Atelier Artequarium oder auch mit dem Bikini Jackson Ensemble, das im Palais für aktuelle Kunst frischen selbstkomponierten Jazz spielte. Im Gemeindehaus hatten sich auch in diesem Jahr wieder Hanssen und Petersen niedergelassen. Der Glückstädter Kantor Florian Hanssen und die Musikerin Anne-Christin Petersen begeisterten wieder ihre vielen Zuhörer. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hat das Duo Hanssen und Petersen bei der Kulturnacht 2014. Seitdem haben sie sich zum Geheimtipp bei den Glückstädter Musikliebhabern entwickelt. In diesem Jahr spielten und groovten sie gemeinsam Songs von ihrer ersten CD „Herzblut“.

Die Kulturnacht ging weiter, unter anderem mit einem Stadtrundgang auf den Spuren der „Hebamme von Glückstadt“, mit humorvollen Texten von Ebbo Meinert und auch mit dem Luckytown Art Jam, einem Zusammenspiel von Musik und Kunst im Atelier von Arnold Gietl und Petra Bergerhoff. Am Marktplatz wuchs der Bücherturm. Seine Bestandteile werden von den Glückstädter Soroptimisten wieder zur Weihnachtszeit für den guten Zweck auf einem Bücherflohmarkt verkauft. Seinen Ausklang und auch Höhepunkt fand der Abend wieder mal im Chill-Out, diesmal im Sunset am Außenhafen. Dorthin zog es zu später Stunde die Besucher in Scharen. Mit dem tollen Blick über die Elbe ließ man die warme Sommernacht ausklingen zur Musik von Mary Jane killed the cat und einem kühlen Bier oder einem Glas Wein.

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erstellt am 11.Sep.2016 | 17:41 Uhr

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