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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

Wassersport : Ein Quartier für die kalte Jahreszeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Winterlager: Die Glückstädter Yachtwerft bietet auf knapp 8000 Quadratmetern Hallenfläche Schiffseignern Platz für ihre ihre Boote.

Kalt ist es draußen. Die ersten Frosttage hat es schon gegeben. Da wird es für Bootsbesitzer Zeit, für ihre Schiffe ein sicheres Quartier für die kommenden Monate zu finden. Die Glückstädter Yachtwerft bietet ein solches Winterlager an. Auf Hallenflächen von fast 8000 Quadratmetern stehen derzeit rund 120 Boote. An einigen wird eifrig gearbeitet, andere bleiben den Winter über unangetastet.

„Nicht alle Boote müssen überhaupt aus dem Wasser geholt werden“, sagt der zweite Geschäftsführer Heiko Bieritz. Vor allem für Holzboote sei es oft besser, den Winter im Hafenbecken zu verbringen. „Sonst droht ein Austrocknen der Planken.“ Der 45-Jährige hat gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Jesse alle Schiffe im Blick, die die Yachtwerft ansteuern. Aus dem Wasser gehievt werden die größeren Boote mit Hilfe eines Travel-Lifts, der bis zu 50 Tonnen Gewicht stemmen kann. Anschließend geht es mit einem überdimensionalen Hubwagen in die Hallen.

Schiffseigner können zwischen einem geheizten und einem unbeheizten Quartier für ihr Boot wählen. Auch ein Wasser-Winterlager gibt es. Fast alle Plätze in der Werft sind derzeit besetzt. „So soll es ja auch sein“, sagt Bieritz mit Blick auf das Finanzielle. Das Winterlager sei zwar nur ein Standbein der Werft, doch für das wirtschaftliche Überleben wichtig. Genauso wie die Bereiche Reparatur und Umbauarbeiten. Der letzte werfteigene Neubau sei hingegen schon etwas her.

Bereits Ende September wurden die ersten Schiffe an Land verstaut. Bis Ende April können sie im Winterlager bleiben, anschließend werden zusätzliche Sommerlagergebühren fällig. Doch die meisten Schiffe kommen deutlich eher wieder ins Wasser. Immer mehr Eigner würden schon zu Ostern die Saison einläuten, so Bieritz, der auf die vielen Stammkunden hinweist, die die Werft habe. Die Eigner kommen nicht nur aus Glückstadt und der Region, sondern auch aus Hamburg und von der Ostseeküste. Ein Grund ist der große Lift. „An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste sind wir wohl die einzigen, die bis zu 50 Tonnen heben können“, sagt Bieritz.

Das längste Boot, das zurzeit in den Yachhallen steht, misst 19,50 Meter. Eine schmucke Segelyacht. Doch auf dem Areal der Glückstädter Werft finden auch deutlich kleinere Boote eine Winterunterkunft. „Wir haben hier sogar ein Finn-Dingi stehen“, sagt Bieritz. Das Ein-Mann-Boot ist keine fünf Meter lang. Das größte Boot, das jemals in Glückstadt sein Winterlager bezog, maß fast 24 Meter.

Rund ein Viertel der Boote muss über die Wintermonate aufgearbeitet werden. „Das reicht vom einfachen Anti-Fauling bis hin zu großen Lackierarbeiten“, sagt der Bootsexperte. Bieritz selbst hat übrigens kein eigenes Schiff. Seine Erklärung: „Schon mein Opa hat gesagt: Kauf dir bloß nie ein Boot, sonst wirst du süchtig davon.“ Ab und an wird der Werftchef aber von anderen Bootseignern auf einen Turn eingeladen. „Da fahre ich dann gern mit“, sagt Bieritz. Meist gehe es Richtung Ostsee oder rauf auf die Elbe. „Im Mittelmeer war ich leider noch nicht.“

Fast alle Bootsbesitzer würden ihre Schiffe selbst ins Winterlager bringen. „Rund 90 Prozent der Eigner sind Männer aus allen Schichten“, verrät Bieritz. Ein Handicap hat die Glückstädter Werkst allerdings: Weil die Hafenschleuse aufgrund des Tidenhubs nicht immer geöffnet werden kann, müssen einzelnen Boote von Mitarbeitern aus dem Außenhafen geholt werden. „Das ist schon ein Standortnachteil“, sagt Bieritz. Aber einer, an den man sich gewöhnt habe.

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