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Norddeutsche Rundschau

26. August 2016 | 12:09 Uhr

Fliegenfischertag : Ein Highlight für die Region

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einen Tag lang war Heiligenstedten das Mekka der Fliegenfischer. An der Stör trafen sich Angler aus dem gesamten norddeutschen Raum und erlebten Wurfvorführungen, Fliegenbindekunst und Fachsimpeleien.

Schleswig-Holstein ist das Land der Angler. Neben den Küsten gibt es zahlreiche fischreiche Flüsse und Seen. Das Fliegenfischen, das eine besondere Technik erfordert und als Königsdisziplin des Fischfangs gilt, ist allerdings bei weitem nicht so verbreitet wie beispielsweise in Süddeutschland. Dennoch wächst auch im Norden die Anzahl der begeisterten Fliegenfischer. Und die haben seit 2012 einen festen Termin in ihrem Kalender stehen: den Norddeutschen Fliegenfischertag in Heiligenstedten.

Nachdem die Veranstaltung im vergangenen ausfallen musste, strömten gestern Angler aus dem gesamten norddeutschen Raum von Hamburg über Mecklenburg-Vorpommern bis Niedersachsen an die Stör. In der Gaststätte Zur Erholung gab es nicht nur Händler, die neueste Geräte präsentierten und bei Fragen zur Ausrüstung die passenden Antworten parat hatten. Rute, Rolle und Schnur konnten auch direkt am Wasser getestet werden. Ebenso wie die speziellen Angelkajaks, die der Paddelfisch, alias Dirk Hackenberg aus Reinfeld (Kreis Stormarn), mitgebracht hatte.

Große Augen und faszinierte Gesichter gab es bei den Vorführungen der bekannten Werfer wie Lasse Karlson und Silja Longhurst aus Dänemark sowie den Instruktoren Thomas Ellerbrock und Andre Scholz. Die Profis boten am Nachmittag auch noch kurze Kurse an, bei denen eine bestimmte Wurftechnik erlernt oder der eigene Stil verfeinert werden konnte. Umringt waren auch die Fliegenbinder, die aus feinen Federn, Garn und Tierhaaren filigrane Insektenimitate auf kleine Haken zauberten. „Angefangen hat die Leidenschaft damit, dass ich Geld sparen und nicht die teuren Fliegen kaufen wollte“, berichtet Torsten Zurheide, der mit seinem siebenjährigen Sohn Marvin aus Mittelangeln (Kreis Schleswig-Flensburg) angereist war. Inzwischen spiele der Spargedanke keine Rolle mehr. „Ich binde meine eigenen Köder, kann neue erfinden und mich dabei so richtig austoben“, beschreibt der Fliegenbinder (www.fliegenfischen-sh.de).

400 bis 500 Besucher, so schätzt Organisator Thomas Biel aus Westerholz (Kreis Schleswig-Flensburg), seien gestern beim Fliegenfischertag gewesen. Mehr als bei der Premiere – und Grund genug, um für das nächste Jahr die dritte Auflage zu planen. Warum er ausgerechnet Heiligenstedten für die Veranstaltung ausgesucht hat? „Bei anderen Events wird an kleinen Teichen geworfen. Hier können wir an einem echten Fließgewässer zeigen, was das Fliegenfischen ausmacht, hier sind auch weite Würfe mit der Zweihandrute und mit schweren Sinkschnüren möglich.“

Die Qualität des Gewässers kennt auch Thomas Ellerbrock: „Die Stör ist neben der Treene das Gewässer mit dem besten Bestand an Lachsen und Meerforellen.“ Dafür sei aber auch viel getan worden, weiß der bekannte Fliegenfischer und Wurftrainer. Inzwischen reproduziere sich der Bestand sogar bereits zum Teil selbst, was auch zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen zu verdanken sei. Und das weiß auch Jonni Kostbade. Der Pionier des Fliegenfischens im Kreis Steinburg engagiert sich mit seiner Interessengemeinschaft Salmo (Salmoniden) und dem Angelsportverein Itzehoe besonders für die Stör. Und Kostbade weiß auch, was der Fliegenfischertag für die gesamte Region bedeutet: „Das ist ein echtes Highlight, dass wir das hier haben.“

 

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erstellt am 04.Okt.2014 | 09:00 Uhr

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