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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Bürgervorschlag : Ein „Haus Göteborg“ für die Jugend ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erinnerung an eine Spendenaktion: Nach Schweden ausgewanderter Itzehoer regt Namensgebung für das neue HdJ an

Die Bauarbeiten laufen für das neue Haus der Jugend an der Grunerstraße, Ende kommenden Jahres soll es fertig sein. Und dann brauche es einen Namen, meint Robert Holtorf. Für den 84-Jährigen ist klar: „Haus Göteborg“ sollte darin auftauchen.

So hieß die Jugendherberge der Stadt direkt neben dem früheren Haus der Jugend am Juliengardeweg, die es seit der Übergabe des Hauses an den Kreis im Jahr 2008 nicht mehr gibt. Ein Schriftzug am Gebäude erinnert noch an den früheren Namen. Dessen Hintergrund: Das am 22. April 1953 eingeweihte damalige Lehrlingswohnheim wurde maßgeblich von der schwedischen „Flüchtlingshilfe der Frauen von Göteborg“ mitfinanziert. „Wir Deutschen haben die ganze Welt kaputt gemacht, und schwedische Frauen spenden für unsere Jugend. Es geht darum, dass man so etwas in Ehren hält“, sagt Holtorf.

Dies stünde der Stadt seiner Meinung nach gut zu Gesicht, zumal sie in der Vergangenheit wenig Verständnis für historisch Wertvolles gezeigt habe. Ein Andenken an die Wohltat aus Göteborg sei ihm wichtig, sagt der Rentner, der vor 55 Jahren nach Schweden auswanderte, einen Teil des Jahres aber auch in seinem Elternhaus am Bocksberg lebt. Und da die Stadt keine Jugendherberge mehr habe, sieht er das Haus der Jugend als das richtige Mittel: „Es ist ein guter Anlass, weil es damals auch für die Jugend gebaut wurde.“ Nach Holtorfs Vorstellung könnte das Gebäude „Haus Göteborg der Jugend“ heißen oder auch „Jugendhaus Göteborg“.

Bürgervorsteher Heinz Köhnke sprach vor Jahren schon mit Holtorf über dessen Ansinnen, die Erinnerung an die Spende aus Schweden zu bewahren. „Ich habe versprochen, ich werde ein Auge darauf haben. Und ich habe es an den Kreis weitergegeben, auch damals schon.“ Dort werde man auf den Hinweis achten, sagt Sprecherin Britta Glatki. Mitte kommenden Jahres soll die Jugendherberge für den geplanten Neubau der Steinburg-Schule abgerissen werden.

Die Namensgebung für das Haus der Jugend sei eine neue Variante, sagt Köhnke. Ob das überhaupt passiere, sei Sache des Fachausschusses, aber Vorschläge seien immer möglich: „Das bleibt jedem Bürger unbenommen.“

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erstellt am 12.Aug.2016 | 05:00 Uhr

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