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Regionale Wirtschaft : Ein Haus für das Handwerk

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aus der einstigen Handspinnerei Holstein in Kellinghusen ist ein modernes Gebäude für verschiedene Gewerke geworden.

Die Tewesallee liegt etwas abseits städtische Verkehrsströme. Wer den Weg dorthin findet, wird überrascht: Gleich neben dem Wäldchen „Tewes Tannen“ verwandelte sich ein altes Industriegebäude in ein modernes Handwerkerhaus. Hinter der sanierten Fassade mit bodentiefen Fenstern fanden sechs Betriebe eine Unterkunft. Einer davon ist die Tischlerei Holzgestalten von Jan Siems.

Irgendwann hatte der Firmenchef es satt, sich über den Pendlerstau auf der Autobahn zu ärgern hielt vor Ort Ausschau nach einer passenden Betriebsstätte. „Von unserem ehemaligen Standort in Rellingen sind wird zunächst auf das ehemalige Kasernengelände gezogen“, erzählt er. An die abenteuerliche Zeit dort ohne Wasser und Strom mag er nur ungern zurückdenken. Dann hörte Siems von der Halle in der Tewesallee 12 und sprach mit dem Besitzer Kai Lalla. Der Anblick der Immobilie setzte bei dem kreativen Unternehmer gleich ein Ideenkarussell in Gang. Gut, dass er mit Lalla einen Verwandten im Geiste gefunden hatte. Der Besitzer war dem Charme des alten Gewerbegebäudes ebenso erlegen, wie sein neuer Mieter. Anspruch der beiden: „Mehr als ein halbes Jahrhundert heimische Unternehmensgeschichte sollte einen neues Gesicht bekommen“, sagt Siems.

In diesem Sinne wollten sie das Bauwerk – zeitgemäß saniert – soweit als möglich erhalten. Errichtet hatte es gleich nach der Währungsreform die Handspinnerei Holstein. Nachdem dort die Lichter ausgegangen waren, nutzten die Unternehmen Schott Maschinenbau und Sokuflex Behälterbau die Immobilie. Entsprechend groß war die Herausforderung, als Lalla und Siems im Dezember 2014 loslegten.

Mit vereinten Kräften befreiten sie das Grundstück von allerlei Wildwuchs und machten sich dann daran, das Innere der Immobilie herzurichten. „Das war einen Riesenaufgabe“, sagt Siems rückblickend. Zumal über die Sanierung seiner knapp 900 Quadratmeter Fläche die laufende Arbeit der Tischlerei nicht vernachlässigt werden durfte. Heute empfängt Jan Siems seine Kunden in einem strahlend hellen Loft mit Industrieschick: Bodentiefe neue Fenster und warmer Holzfußboden vermitteln großzügige Gemütlichkeit. An einem Holztisch aus eigener Fertigung, an dem locker zwölf Personen Platz finden, wird beredet, gestaltet und geplant, was elf Mitarbeiter in der hochmodernen Tischlerei nebenan umsetzen.

Bis zur Frühlingsmesse „Kellinghusen blüht auf“ am Sonntag, 19. März, will der Unternehmer noch eine weitere Aufgabe stemmen. Einladend aus Holz gestaltet, sollen Besucher über einen repräsentativen Eingang Zugang zum Gebäude finden.Damit ist die Fantasie von Lalla und Siems aber noch nicht ausgeschöpft: Sehr gut vorstellen können sie sich, einen der Räume mit seiner beeindruckenden Industriearchitektur für Firmen- und Kulturveranstaltungen mit einer kleinen Gastronomie herzurichten.

Auf kleineren Flächen im Handwerkerhaus firmieren neben dem Abschleppservice Kai Lalla und der Tischlerei Holzgestalten, Fensterhandel Nord und der Messebau Siems & Partner, der Malerbetrieb Ossenbrüggen, Sanitärtechnik Palatzke, Baumaschinentechnik Seidel und CS Hausmeisterservice.

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