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Norddeutsche Rundschau

29. September 2016 | 13:51 Uhr

Nautischer verein : Ein Abend für die Seemannsmission

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Veranstaltung „Horizonte“ des Nautischen Vereins in Brunsbüttel unterstützt die Arbeit von Diakon Leon Meier und seinem Team.

Getreu Gorch Focks Feststellung „Seefahrt ist Not“ stellte sich der Nautische Verein aus Brunsbüttel in den Dienst der Seemansmission aus der Schleusenstadt. Vorsitzender Bernd Appel begrüßte zum 10. Horizonte-Abend, veranstaltet vom Nautischen Verein, dem Elbeforum und der Buchhandlung Schopf. Appel hatte sich allerdings eine größere Resonanz erhofft, denn mit den jährlichen „Geschichten aus der Seefahrt“ wollen die Nautiker die Arbeit von Diakon Leon Meier und seinem Team unterstützen.

Mit Blick auf die Situation nach dem verheerenden Taifun Haiyan auf den Philippinen ist die Hilfe der Seemannsdiakone derzeit besonders wichtig. „Wir betreuen seit einigen Tagen 15 philippinische Seeleute in Brunsbüttel, die nur schwer Kontakt zu ihren Familien bekommen“, erzählt Leon Meier. Der Stationsleiter vom Seefahrerclub in der Kanalstraße war mit seinem Team unermüdlich im Einsatz, hat zum ersten Mal hautnah mit Betroffenen solch einer Katastrophe zu tun. „Bisher hatten wir keine Seeleute aus den betroffenen Gebieten.“ Das ist jetzt anders.

Leon Meier hat die Ängste und verzweifelten Kontaktversuche der Männer an Bord erlebt. Er hat auf den Schiffen unter anderem Telefonkarten verteilt. „Wir arbeiten mit einem Anbieter zusammen, bei dem die Telefoneinheit per Handy nach Asien 1 Cent pro Minute kostet.“ Die Telefonkarten, für die jedes Jahr bei der Aktion Weihnachten am Ohr Spenden gesammelt werden, kosten 10 Euro. Was die Situation der Philippiner erschwert: Sie sind als Schiffsbesatzungen oft Monate lang fern der Heimat unterwegs. Mit ihrer Heuer ernähren die Männer ihre Familien. Und selbst in Notlagen zu Hause können sie nicht einfach von Bord, um sich um ihre Angehörigen zu kümmern.

Dann gehörte Jochen Wiegandt die Bühne. Er stellte sein neues Buch „Singen Sie hamburgisch“ vor. Der Musiker bezog das Publikum mit ein und so sang der ganze Saal vom „Tüdelband“, dem „Veermaster“ und den „Golden Banks of Sacramento“. Wiegandt stimmte die Barmbeker Schieberpolka „An de Alster, an de Elbe, an de Bill“ an und erzählte von Liedern, die „nach’m Lüttn an’n Mund“ oder selbstgemachtem Eierlikör entstanden wären.

Der Musiker illustrierte seinen Vortrag mit alten Aufnahmen von Hafen, Finkenwerder und der Kehrwiederspitze. „Das hat nichts mit dem Heimweh zu tun, sondern meint einfach eine Sackgasse, aus der man wieder kehrt“, tat Jochen Wiegandt kund. Die historischen Erklärungen machten den Abend spannend und oft staunten die Zuhörer. Die Holzschuhe der Hafenarbeiter hießen in England Clogs und in Frankreich Sabot. Dort wurden sie bei einem Aufstand in die Webstühle geworfen, daher das Wort Sabotage. Das Wort „Kanacke“ habe die polynesische Bedeutung „Mensch“, was nun nicht wirklich keine Beleidigung darstelle. Wiegandt berichtete, dass auf einem Schiff über alles gesungen werden durfte, was die Seeleute beschäftigte, auch von pornografischem Rock’n Roll. Er schloss den Abend mit Werken von Richard Germer.

>www.seemannsmission-brunsbuettel.de


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erstellt am 18.Nov.2013 | 11:30 Uhr

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