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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Ehrenamtler klagt: „Politik missachtet Sportvereine“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

45 Jahre hat sich Ulrich Lhotzky-Knebusch ehrenamtlich in und für Kellinghusen engagiert- in verschiedenen Funktionen und Vereinen. Jetzt ist Schluss. Der 63-Jährige Journalist, in den vergangenen Jahren vor allem als Vorsitzender des Tennisvereins aktiv, will künftig mehr mit seinem Hund Spazieren gehen und wieder mehr schreiben. Er bleibt allerdings Vorsitzender des Tennis-Bezirksverbandes und Mitglied des Präsidiums des schleswig-holsteinischen Tennisbundes. Dort ist er vor allem für die Pressearbeit zuständig.

„Es hat Spaß gemacht“, blickt er auf diese lange Zeit zurück. „Ich habe viel gelernt, etwas bekommen und etwas gegeben.“ Politik und Sport – das waren in Kellinghusen die Leidenschaften von Ulrich Lhotzky-Knebusch. 1970, mit 18 Jahren, kam der gebürtige Nordrhein-Westfale in die Störstadt, schon wenige Monate später gründete er mit Gleichgesinnten eine Jungsozialisten-Gruppe und trat der SPD bei (Austritt 1994/95). In dieser Zeit rief er auch den Verein Haus der Jugend mit ins Leben, dessen Gründungsvorsitzender er war. „Der Kampf für dieses Haus dauerte rund zehn Jahre.“ Mittlerweile sei es eine etablierte Institution in der Stadt mit hauptamtlichen Mitarbeitern. Politische Mitarbeit im SPD-Orts- und Kreisverband schlossen sich an, von 1986 bis 1992 war Ulrich Lhotzky-Knebusch Mitglied der Ratsversammlung und auch Vorsitzender des städtischen Umweltausschusses. Anfang der 80er Jahre leitete er zusammen mit anderen auch die VHS-Gesprächsrunde, die regelmäßig bekannte Persönlichkeiten zu Diskussionsrunden einlud. Und er holte den Stadtjugendring aus seinem Tiefschlaf, belebte ihn mit neuen Aufgaben.

Ehrenamtliche Tätigkeiten im Sport folgten in den 80er-Jahren. Zwei Jahre war der 63-Jährige Tischtennis-Obmann beim VfL-Kellinghusen, danach übernahm er bis heute Aufgaben im Tennisclub. „Hier organisierte ich zunächst von 1986 bis 2008 die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit für eines der größten Tennis-Turniere Schleswig-Holstein, den Stör-Pokal.“ 1994 wählten ihn die Tennisspieler zum zweiten Vorsitzenden, 2001 wurde er Vorsitzender des Vereins, der heute 241 Mitglieder hat, die auf sieben Freiluftplätzen und in einer Halle spielen können. 1997 rief der Journalist, der bis 2015 als Redakteur und zuletzt stellvertretender Leiter der Elmshorner Nachrichten arbeitete, das Kellinghusener Sportforum ins Leben, ein Zusammenschluss der größten Sportvereine der Stadt. „Es war eine Ehre für mich, für die Kellinghusener zu arbeiten“, sagt Ulrich Lhotzky-Knebusch. Für sein Engagement gab es bereits zahlreiche Auszeichnungen, die letzte erhielt er jetzt bei seinem Ausscheiden vom TCK. Die Mitglieder ernannten ihn zum Ehrenpräsidenten. Man habe dort gemeinsam und vertrauensvoll zusammengearbeitet, betont der Kellinghusener. „Man schafft nur etwas, wenn die Menschen mitgenommen werden.“ Verantwortung hat Lhotzky-Knebusch im Verein jetzt zwar keine mehr, doch er wird weiter spielen und auch noch Turniere organisieren.

Nicht so gut zu sprechen ist der Journalist allerdings auf die Politik der Stadt. „Die Fraktionen missachten die Sportvereine“, sagt er. Er vermisse eine angemessene Förderung der Stadt, Auch im Hinblick darauf, dass die Sportstätten den Vereinen gehören und diese sie selbst unterhalten müssen – anders als in vielen anderen Kommunen.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 15:48 Uhr

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