zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Edith Rechlin feiert ihren 90. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Ich glaube nicht nur, ich lebe meinen Glauben.“ Ihr christlicher Glaube hat das Leben von Edith Rechlin geprägt. In ihrem Zimmer fällt der Blick auf ein schlichtes Kreuz und einen gerahmten Bibelspruch. Sie liest vor allem christliche Literatur, besucht regelmäßig Gottesdienste und hat sich auch als Verfasserin der Rubrik „Wort zum Sonntag“ bei vielen Leserinnen und Lesern einen Namen gemacht. Heute feiert sie im DRK-Seniorenzentrum an der Johann-Meyer-Straße ihren 90. Geburtstag. Erst seit wenigen Monaten wird sie im Heim betreut. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, hat sie den Schritt ins Seniorenzentrum nicht bereut.

Die aus Niederschlesien stammende Jubilarin hatte in ihrer Heimat ein Gymnasium besucht, musste kurz vor dem Abitur die Schule verlassen, um Panzergräben auszuheben und im Reichsarbeitsdienst Schwerstarbeit zu leisten. Von den russischen Truppen bei Kriegsende förmlich überrollt, blieb sie mit Vater, Mutter und Schwester noch unter polnischer Besetzung in ihrer Heimat, ehe die Familie diese im Juli 1946 verlassen musste.

Über Düsseldorf, wo sie ihr Abitur ablegte und noch zwei Jahre als Laborantin bei Henkel arbeitete, bekam Edith Rechlin einen Studienplatz an der Pädagogischen Hochschule Kettwig/Ruhr. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann Eberhard Rechlin kennen, der 1964 Rektor der Glückauf-Schule Bertlich bei Marl wurde. Schon sechs Jahre später gab er seinen Beamtenstatus auf, um sich ausschließlich der Kunst des Malens und Zeichnens zu widmen.

Die Familie mit fünf Kindern kam über Kellinghusen zunächst nach Ecklak und dann auf eine idyllisch von Bäumen umrahmte Landstelle in Hinter-Neuendorf, wo Eberhard Rechlin Ruhe und Muße für sein künstlerisches Schaffen fand. Als Porträt-, Landschafts-, Tier- und Jagdmaler fand er internationale Anerkennung, die er mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland unterstrich.

Edith Rechlin war Lehrerin in Lägerdorf und an der Wolfgang-Ratke-Schule in Wilster. Gern schreibt sie Erinnerungen in einem Heftchen nieder. Nach dem Tod ihres Mannes lebte sie noch fünf Jahre in Hinter-Neuendorf, bezog dann eine Mietwohnung am Rumflether Deich und zuletzt eine Seniorenwohnung am Rosengarten. Im DRK-Heim arbeitet ihr Sohn Ralf. Der älteste Sohn Ekkehard starb 2010. Viel Freude hat sie neben Ralf an ihrer Tochter Uta in Neuendorf, Gisbert in Horst und Mechthild in Herzhorn sowie an sechs Enkelkindern.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2016 | 09:55 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen