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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 13:08 Uhr

Baubedarf : Die Wunschliste der Schulen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einmal im Jahr besucht der Bauausschuss des Schulverbands – hier vor der Wolfgang-Ratke-Schule – die vier Bildungseinrichtungen in der Wilstermarsch und erstellt eine Prioritätenliste für das nächste Haushaltsjahr.

In seinem letzten Jahr als Rektor der Wolfgang-Ratke-Schule nahm Uwe Maaß den Besuch der Mitglieder des Bauausschusses des Schulverbandes ausgesprochen sportlich: „Zur Schulhofsanierung sage ich gar nichts mehr. Das ist ja schon seit 20 Jahren Thema.“ Es wird wohl auch für seinen Nachfolger Thema bleiben. Die zeitgemäße Auffrischung der Fläche zwischen Toilettenhaus und Nebengebäude – kalkuliert mit rund 70  000 Euro – wurde von dem Gremium auf der Prioritätenliste wieder einmal ein Jahr weitergeschoben.

Einmal im Jahr klappert der Ausschuss mit seinem Vorsitzenden Volker Bolten an der Spitze und unter fachkundiger Begleitung aus der Bauabteilung des Amts Wilstermarsch die vier Schulgebäude in der Wilstermarsch ab. Die mehr als sechsstündige Rundtour dient der Vorbereitung der Haushaltsberatungen. Am Ende stand eine lange Liste von baulichen Maßnahmen und Anschaffungen, die dann noch endgültig vom Schulverband abgesegnet werden muss. Unterm Strich sollen im nächsten Jahr rund 400  000 Euro in Erhalt und Verbesserung der Bildungseinrichtungen gesteckt werden.

„Im letzten Jahr hatten wir so einen Zustrom, dass wir das Wohnzimmer der ehemaligen Hausmeisterwohnung in einen Klassenraum verwandeln mussten“, erinnerte der Schulleiter bei einem ausgiebigen Rundgang. Das wurde damals per Eilentscheidung geregelt, eine dringend notwendige Klassenraumsanierung dafür geschoben. Insgesamt, so stellte Uwe Maaß fest, seien alle anderen Klassenräume in einem vernünftigen Zustand. Im Nebengebäude aber müsste der Flur mal wieder gestrichen werden. Auch einige Heizkörper könnten frische Farbe vertragen. Mitunter reicht es aber auch, wenn man nur lange genug wartet. Die bereits mehrfach verschobene Erneuerung der Schulklingel hätte nach früheren Vorgaben eigentlich durch eine aufwändige Anlage mit mehreren unterschiedlichen Klingeltönen ersetzt werden müssen. „Davon redet heute kein Mensch mehr.“ Wenn die Klingel aber jetzt ausfällt, muss eine neue her. „Wir bekommen da gar keine Ersatzteile mehr für.“

Routiniert spulte Uwe Maaß dann die weitere Mängelliste für die Wolfgang-Ratke-Schule ab. Der Keller sei immer noch feucht, aber damit könne der Hausmeister leben. Sein eigenes Büro sei noch nie renoviert worden – jedenfalls nicht in seiner Zeit. „Aber das kann man dann ja für meinen Nachfolger machen.“ Bleibt die Turnhalle. Bei der Einschulungsfeier platzte sie aus allen Nähten. Entsprechend dick war die Luft. Zu öffnende Fenster befinden sich in schwindelnder Höhe. „Hier wäre ein Elektro-Antrieb nicht schlecht.“ Böse Stolperfallen gibt es im Bereich des Hallenbodens, wo sich an den Nähten des Belags zentimeterbreite Lücken gebildet haben. „Das waren meine Wünsche für das letzte Jahr“, schloss Uwe Maaß. „Find’ ich gut. Du bist immer Optimist geblieben“, kommentierte Beidenfleths Bürgermeister Peter Krey. Er weiß aus langjähriger Erfahrung, dass Wunschlisten im Lauf von Beratungen immer kleinen werden.

Am Ende – schließlich hatte Maaß am Tag der Besichtigung ja auch noch Geburtstag – geht wohl doch einiges in Erfüllung. In den Plänen für das Haushaltsjahr 2017 tauchen 10  000 Euro für die geschobene Renovierung eines Klassenraums, 3000 Euro für die Renovierung des Fluraufgangs, 1900 Euro für die Reparatur von Sportgeräten, 3000 Euro für den Einbau von elektrischen Antrieben für vier Fenster in der Turnhalle und weitere 2500 Euro für die Instandsetzung des Bodenbelags auf, wobei dafür auch eine komplette Erneuerung in Erwägung gezogen wird.

Den mit Abstand dicksten Posten auf der Planliste hatte Uwe Maaß gar nicht auf seinem Wunschzettel für sein letztes Jahr: 250  000 Euro an Planungskosten für einen Neubau des in die Jahre gekommenen und vor allem vom Brandschutz her nicht mehr zeitgemäßen Schulgebäudes. Die Grundsatzentscheidung dafür war in den zuständigen Gremien bereits im Vorfeld getroffen worden. Um die Zukunft der Grundschule in Wilster muss Uwe Maaß und den Akteuren aus der Kommunalpolitik ohnehin nicht bange sein. 222 Kinder standen zum Beginn des aktuellen Schuljahres auf der Liste, verteilt auf elf Klassen. Maaß geht davon aus, dass die Wolfgang-Ratke-Schule auch in der Zukunft zwei- bis dreizügig bleiben kann, wobei man „jetzt natürlich auch von den Flüchtlingskindern profitiert“.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 05:09 Uhr

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