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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

„Die Stadt ist in Aufbruchstimmung“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgermeisterin Manja Biel ist seit gut einem halben Jahr im Amt und will Glückstadts Bekanntheitsgrad steigern

Seit Anfang Mai ist Manja Biel Glückstadts Bürgermeisterin. Inzwischen wohnt sie auch in der Stadt, und jeden Tag lebe sie sich „ein bisschen mehr ein“, wie sie sagt. Bis sie sich entschloss, für das Bürgermeister-Amt zu kandidieren, habe sie Glückstadt „lediglich als Tagestouristin gekannt“, gibt Biel zu. Mittlerweile aber habe sie „hinter die Fassaden geschaut“.

Natürlich hat sie sich schon während ihrer Kandidatur die Stadt angesehen und Informationen eingeholt. Am Ende bedeute jedoch jeder neue Job „einen Sprung ins kalte Wasser“. Und manchmal sei es sogar ganz gut, „von außen zu kommen“. Das führe „zu einem unbelasteteren Herangehen“. Mit ihrem Vorgänger Gerhard Blasberg sei sie immer noch „ab und an im Gespräch“. Gerade erst habe man sich zur Verabschiedung von Stadwerke-Chef Karl-Heinz Jacobs ausgetauscht. Und auch sonst sei der personelle Übergang gelungen.

„Glückstadt ist politisch“, sagt Biel - und meint das durchweg positiv. Sie fände es gut, „dass es hier politische Auseinandersetzungen gibt“ und die Ausschüsse keine „Kuschel-Veranstaltungen“ seien. Doch stets gehe es „um sachliche Auseinandersetzungen, nicht um Persönliches“. Den Zeitaufwand ihres neuen Berufs bezeichnet sie als „immens“, doch das gehöre einfach dazu, wenn man einen hauptamtlichen Bürgermeisterposten übernehme. „Mein Mann hält mir den Rücken frei“, spricht die Mutter eines Sohnes ihrem Ehemann Peter ein Kompliment aus.

Nach gut einem halben Jahr im Amt hat sich Manja Biel in die wichtigsten Themen eingearbeitet. Der Tourismus sei ein „ganz wichtiger Wirtschaftszweig“ für Glückstadt. Und bezüglich der im kommenden Jahr anstehenden 400-Jahr-Feier sei man bereits bei der Detailplanung. Auf der Internetseite www.glueckstadt-touristmus.de könnten interessierte Bürger schon jetzt unter „400-jahre-glückstadt“ einen Veranstaltungskalender finden. Die einzelnen Programmpunkte seien über das ganze Jahr verteilt. Im Angebot: Sport, Kultur, Maritimes und vieles mehr. Los gehe es am 22. März, dem offiziellen Stadtgründungstag, mit einem Festakt samt Konzert. Mit im sprichwörtlichen Boot seien schon jetzt etliche Sponsoren. „Ab 5000 Euro kann man Hauptsponsor werden“, erklärt Biel. Und auch einen „tollen Bildband“ zur 400-Jahr-Feier gebe es bereits.

Die ganze Stadt kennzeichne derzeit eine Aufbruchstimmung. Bestes Beispiel sei der Verein „Glückstadt aktiv“, der mit seiner offenen Struktur eine Plattform biete, Ideen mit Gleichgesinnten umzusetzen. Auch bezüglich der Gewerbeflächen habe es zuletzt so viele Anfragen wie noch nie gegeben. Wobei Biel betont, dass auch die Bestandspflege wichtig sei, also der regelmäßige Kontakt mit der alteingesessenen Geschäftswelt.

Sie selbst sieht ihr Aufgabenfeld „ein Stück weit über Glückstadt hinaus auf Landesebene“. Ihre Kontakte will Biel nutzen, „um Glückstadt ein Gesicht zu geben“. Optimistisch zeigt sie sich in Sachen A-20-Bau. „Ich bin mir sicher, dass die Autobahn kommt.“ Der „Brückenschlag nach Niedersachsen“ werde Glückstadt einen zusätzlichen Schub verleihen. Schlecht sei hingegen, dass es noch immer keinen verbindlichen Zeitplan gebe. Tief sitzt bei Biel die Enttäuschung über das HVV-Abstimmungsergebnis. Die Bürgermeisterin ist Befürworterin einer Einbindung ins Hamburger Verkehrsnetz. Gut im Zeitplan liege hingehen der Glückstädter Haushalt. Der sei soweit gediehen, dass er – vorausgesetzt die Politik spielt mit – noch in diesem Jahr verabschiedet werden könne. „Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht“, spricht Manja Biel ihrem Haus ein Kompliment aus.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 14:46 Uhr

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