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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 21:27 Uhr

Räder unter Reet : Die Odyssee des Frankenfeld-Fahrrads

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über viele Umwege kam der Lieblings-Drahtesel des beliebten Showmasters aus den 60er und 70er Jahren ins Museum nach Horst – dort ist er im Fahrradmuseum „Räder unter Reet“ zu besichtigen.

Das Fahrradmuseum „Räder unter Reet“ in Horst-Hahnenkamp hütet Schätze, die man in der Provinz kaum vermutet. So gehört zur Sammlung historischer Räder auch das Lieblingsfahrrad des Showmasters Peter Frankenfeld. Mit Sendungen wie „Vergißmeinnicht“ und „Musik ist Trumpf“ wurde Frankenfeld zu einer Ikone der Fernsehunterhaltung in den 60er und 70er Jahren. Geboren in Berlin, starb Frankenfeld 1979 in Hamburg. Doch wie kommt sein Lieblingsrad ausgerechnet ins beschauliche Horst?

„Das ist eine lange Geschichte“, verrät André Konietzko, der als „Chef“ der Classic-Sparte innerhalb der Elmshorner Fahrradgruppe „Rückenwind“, die das Museum betreibt, so etwas wie der Hausherr ist. 2005 habe Frankenfelds Sohn Thomas das Rad an die Wewelsflether Fahrradscheune übergeben. Frankenfeld und seine Frau Lonny Kellner wohnten bis zum Tod des TV-Stars in Wedel, was den Bezug zu Norddeutschland erklärt. 2008 schloss dann die Wewelsflether Scheune ihre Türen, im Juli 2009 brannte der Hof ab. Was blieb, waren Fahrräder, die auf eine neue Verwendung warteten. Darunter auch der weiße Drahtesel der italienischen Marke „Bottecchia“ von Peter Frankenfeld. „Die Farbe ist allerdings nicht original“, so Konietzko. Ursprünglich sei die Lackierung olivfarben gewesen. Ob der Showmaster das Rad selbst umlackiert hat, weiß der Museums-Macher nicht. „Aber es kann gut sein.“ Schon deshalb werde man das Weiß auch beibehalten. Nicht ganz glücklich ist Konietzko mit der „sehr deutsch aussehenden Vorderlampe“ und dem Allerweltslenker. Ansonsten sei das italienische Rad „ein richtig schönes“.

Doch zurück zur Odyssee des Frankenfeld-Rads. Nachdem in Wewelsfleth die Lichter ausgegangen waren, tat sich erst einmal nichts. Das Rad staubte vor sich hin, und erst Jahre später entstand der Kontakt von Konietzko zum ehemaligen Wewelsflether Scheunen-Betreiber Matthias Rebaschus. Tenor der Gespräche: Rebaschus suchte nach Abnehmern für seine Räder – und die Horster Museums-Macher ließen sich nicht lange bitten. Am 14. Februar 2015 holte man rund 35 Räder aus der ehemaligen Museumsscheune mit einem Landrover samt Doppelachs-Anhänger ab, darunter auch das 28er-Rad der TV-Legende. „Bezahlt haben wir dafür nichts“, betont Konietzko.

Groß aufarbeiten lassen wolle man das Rad nicht. Schließlich sei der schmucke Italiener ein echtes Unikat und würde mit jeder nachträglichen Veränderung an Sammlerwert verlieren. Besonders gefällt Konietzko der bequeme braune Ledersattel. Auch auf Felgenbremsen und eine Camgagnolo Fünfgang-Schaltung musste Frankenfeld bei seinen Touren nicht verzichten.

>Geöffnet hat das Fahrradmuseum „Räder unter Reet“ im Sommer an jedem ersten Sonntag (7. August und 4. September) von 14 bis 17 Uhr.

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