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Norddeutsche Rundschau

02. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Die Männer am Mischpult sorgen für den guten Ton

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beste Stimmung beim Rockfestival „Sördfest“ in Flethsee – was weit nach Mitternacht auch den Männern am Mischpult zu verdanken ist. Da es nur eine Bühne gibt, ist zwischen zwei Auftritten Stress angesagt, denn nun muss es schnell gehen. Beim Wechsel von einer Band zur nächsten müssen Ton und Sound auf jede Formation einzeln umgestellt werden, und das soll – damit es keine allzu langen Unterbrechungen gibt – nicht ewig dauern.

Was nun passiert, bekommt das Publikum jedes Mal live mit: „Check, check, one, two, check, check, check...“ spricht Tontechniker Stephan Weise (48) aus Tornesch in das Mikrofon – und prüft damit, ob alle Monitore auf der Bühne richtig angeschlossen sind. Umgekehrt sprechen die Musiker in ihre Mikrofone, die der Techniker dann per Regler auf die richtige Lautstärke einstellt.

Der Tontechniker ist musikalisch vielseitig unterwegs: Er spielt selber nicht nur bei der Band „Rhammer“ aus Langeln, sondern arbeitet auch mit dem Bühnenbauer zusammen und macht Tontechnik im eigenen Studio. Da heißt es, nicht nur Musik abzumischen, sondern auch handfest mit anzupacken. „Wir haben die Bühne einen Tag vorher hingestellt – im Regen und Schlamm“, erzählt er. Da war der Aufbau der Tontechnik am nächsten Tag gemeinsam mit seiner Frau schon fast als Erholung zu bezeichnen.

Wurde früher alles analog abgemischt, so hat sich heute die Digitaltechnik durchgesetzt. „Ich bin noch analog groß geworden und habe mir nun das theoretische Wissen in einem zweijährigen Studium angeeignet“, beschreibt er. Stephan Weise hat schon seit der Jugend mit Tontechnik zu tun, hat sein Studium vor zwei Jahren abgeschlossen und ist nun diplomierter Tonmeister. Konzertbeschallung und Bühnenbau betreibt er gemeinsam mit seinem Kollegen Rüdiger Schulz (49) von der Firma „Stage-Liner“. Beim „Sördfest“ steuerten sie die Außenbeschallung mit entsprechender Leistung so, dass sich jeder Musiker auch selbst gut hören kann.

Bei dem eng gesteckten Zeitplan mit einer Viertelstunde Umbaupause auf nur einer Bühne ist das Mischen deshalb zuweilen dramatisch und wird zum puren Stress. „Aber man macht das trotzdem gerne. Bis dato lief alles reibungslos. Das ist alles Erfahrung. Man muss sauber hinhören.“ Die Bands waren mit der Arbeit zufrieden. „Einige haben gesagt, sie kommen gerne nächstes Jahr wieder.“ Dann ist wieder Nachtarbeit für den Tontechniker angesagt. „Ich gebe bei jeder Band mein Bestes. Aber ein Mischpult ist kein Klärwerk. Man kann auch damit nicht zaubern.“

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erstellt am 24.Aug.2016 | 09:50 Uhr

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