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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Umweltschutz : Der Pappbecher hat ausgedient

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für die Umwelt und gegen die Verschwendung: Zwei Itzehoer Bäckereifilialen akzeptieren jetzt Mehrwegbehälter für Kaffee zum Mitnehmen.

Fast drei Milliarden Einwegbecher verbrauchen die Kaffee-, Tee- und Kakaotrinker in Deutschland pro Jahr. Entsprechend stark wird die Umwelt belastet: 43  000 Bäume, 1,5 Millionen Liter Wasser, 22  000 Tonnen Rohöl und 320  000 Kilowattstunden Strom benötigt die Produktion. Deutschlandweit versuchen Initiativen und Betriebe dem ein Ende zu setzen und verbraucherfreundliche Alternativen zu schaffen – auch in Itzehoe und im Kreis Steinburg.

Zu den Filialen des Elbbäckers kann jeder Kunde seit vergangener Woche seinen eigenen Mehrwegbecher mitbringen und befüllen lassen – 10 Cent Rabatt gibt es dafür. „Das ist in etwa das, was man einspart, wenn man keinen Einwegbecher rausgibt“, sagt Geschäftsführer Henrik Heuer. Nur eines ist ganz wichtig: Der Becher muss aus hygienischen Gründen sauber sein. „Dreckige Becher befüllen wir nicht.“ Das Steinburger Veterinäramt sieht keine Probleme für Heuers Aktion. Er müsse nur garantieren, dass der Kaffee nicht nachteilig beeinflusst wird.

Heuer ging mit verhaltenen Erwartungen in das Projekt. Er glaubte nicht an all zu viel Resonanz – und täuschte sich: „Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass da so viele kommen.“ 273 Kunden brachten in den ersten sechs Tagen ihren Becher mit in eine der 14 Filialen, die Heuer betreibt. In Kürze bekommt der Elbbäcker mit Hauptsitz in Brunsbüttel zudem eigene Mehrwegbecher geliefert. Für 4,95 Euro kann sich dann jeder einen der wiederverschließbaren Bambusbecher kaufen und beim Befüllen seinen Beitrag dazu leisten, dass in naher Zukunft in Deutschland weniger Becher gebraucht werden.

Die Idee zu dem Projekt bekam Heuer über einen Artikel in dieser Zeitung. Darin ging es um das Projekt „Coffee to go again“ der Münchnerin Julia Post. Ihre Initiative setzt sich dafür ein, dass die Lebensmittelverordnung selbst mitgebrachte Becher explizit erlaubt und Einwegbecher versteuert werden. Mehr als 300 Betriebe konnte sie bislang dafür gewinnen, der Einwegbecher-Verschwendung etwas entgegenzusetzen. Dafür stellt das Projekt den Firmen ihr Logo bereit und führt unter der Internet-Adressse www.goo.gl/NbMT4e eine Karte mit allen Teilnehmern. Heuer rief bei Post an und ist nun ein Teilnehmer des Programms.

Der Bäcker will gemeinsam mit dem Brunsbütteler Stadtmarketing andere Betriebe von dem Konzept überzeugen. In Itzehoe sind die meisten Händler noch zurückhaltend im Kampf gegen die Verschwendung. Grundsätzlich finde man es gut, Alternativen zu suchen, hört man aus verschiedenen Bäckereien in der Innenstadt, jedoch seien die Konzepte zu teuer oder man wüsste nicht, wie man solche Aktionen hygienisch bewältigen könne. Heuer, der auch ein Elektroauto fährt, ist somit Umwelt-Vorreiter unter den Bäckern. „Man muss ja was tun“, sagt er.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 17:09 Uhr

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