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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 12:39 Uhr

Klassische Musik : Der Kulturkreis Kellinghusen ist wieder da

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein neuer Vorstand will den früher erfolgreichen Kulturverein wiederbeleben. Für die musikalische Zukunft gibt es viele Ideen.

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Der Kulturkreis Kellinghusen und Umgebung zeigt sich wieder quicklebendig und wünscht sich viele neue Mitglieder. Wegen seiner hochklassigen Konzerte einst weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, geht der Verein mit dem neuen Vorsitzenden Reinhard Rübner und seiner Stellvertreterin Eva Mannhardt an den Start.

Beide gehören zu dem Kreis von Ehrenamtlichen, die im vergangenen August die Organisation rund um die Konzert-Premiere des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) in der St. Cyriacus-Kirche organisierten. Da die Gruppe unter dem bereits besetzten Namen „Kulturinitiative“ nicht weiter agieren konnte, sei guter Rat gefragt gewesen, so Rübner. Den richtigen Tipp parat hatte Hans-Werner Haase. Beim gemeinsamen Urlaubs-Drink in einer irischen Bar schlug der seinerzeit noch amtierende Kulturkreis-Vize den Einstieg in den Verein vor. Rübner und seine Mitstreiter griffen zu. Denn über mehr als 20 Jahre hatte der Kulturkreis nicht nur für klassische Musik gestanden. Auch die Qualität der Konzerte hatte Musikfreunde von nah und fern in die Störstadt gelockt.

Für weitere Vorstandsarbeit standen Haase und der langjährige Vorsitzende Klaus Nagurski nicht mehr zur Verfügung. Als Mitglieder und Berater werden sie den Kulturkreis aber weiterhin unterstützen. In den Vorstand gewählt wurden neben dem Spitzen-Duo als Kassenwart Jürgen Grelck und als Schriftführerin Stefanie Reimers. Beisitzer sind Mari Kitagawa, Doris Lensch, Helmut Mittelmann und Günter König.

Im Mittelpunkt der Vereins-Aktivitäten stehen zunächst die bereits zugesagten SHMF-Konzerte in 2017 und 2018. Mit dem Kooperationspartner Kirche solle an den Erfolg des vergangenen ausverkauften Konzerts angeknüpft werden. „Mit Hilfe der Landfrauen und des Verschönerungsvereins wurde die Veranstaltung zu einer guten Erfahrung“, sagt Rübner. Bewältigt werden könne die Arbeit aber nur durch eine gute personelle und finanzielle Ausstattung. Deshalb habe die Mitgliederwerbung – mit einem zügig zu installierenden Webauftritt – nun oberste Priorität.

Darüber hinaus sprudeln schon Zukunftsideen: Durch die enge Verzahnung mit der Kirche biete sich die Möglichkeit von Orgelkonzerten. Kontakte bestünden zudem zu dem Pianisten Eric Feller (Villa Westphal) sowie zu den Musikhochschulen in Lübeck und Hamburg. Vorstellen können sich die Mitglieder außerdem die Fortsetzung der Nachwuchsarbeit, seinerzeit auch Anliegen von Klaus Nagurski und seiner Ehefrau Mari Kitagawa.

Den Auftakt für viele Kulturkreis-Jahre unter ihrer Leitung bildete 1985 die Einweihung des Bürgerhauses. Nagurski, Professor für Saxophon an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, und Kitagawa, Pianistin, erinnern sich noch gut an das Konzert mit Kollegen aus dem NDR-Sinfonieorchester. Dem Ruf aufs Land folgten anschließend über zwei Dekaden namhafte Musiker und Ensembles. So spielten die „Wise Guys“ vor Ort zum letzten Mal „unplugged“, gaben sich das Streichquartett „Fine Arts“ sowie Philharmoniker aus Berlin und Hamburg die Ehre. Ergänzt wurden die jährlich fünf Konzerte durch Sonderveranstaltungen, etwa im Rahmen von „Jugend musiziert“.

Zum Opfer fiel der Kulturkreis schließlich der Haushaltskonsolidierung unter Bürgermeisterin Helga Niessen mit der Streichung der Ausfallbürgschaft. Aufnahmeanträge für die Kulturkreis-Mitgliedschaft gibt es bei der Info Kellinghusen im Bürgerhaus.

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