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Norddeutsche Rundschau

02. Dezember 2016 | 19:14 Uhr

Auszeichnung : Denkmalschützer geehrt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

79-Jähriger in Görlitz mit der Silbernen Halbkugel für seine Verdienste um alte Gebäude ausgezeichnet.

Das schmucke alte Haus steht in direkter Nachbarschaft zur Borsflether Kirche. „Gebaut wurde es 1682, also vor 334 Jahren“, sagt der stolze Besitzer Helmuth Barth, um gleich noch zu ergänzen: „Es handelt sich bei dem Bau um eine Fachhallen-Kate.“ Der 79-Jährige weiß sehr genau, wovon er spricht. 25 Jahre war er Vorsitzender des Hamburger Denkmalvereins.

Im April übergab er das Ehrenamt an seine Nachfolgerin Kristina Sassenscheidt, die mit ihren 38 Jahren einen Generationsumbruch verkörpert. Für sein Engagement und seine Verdienste wurde Barth vor Kurzem im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Nationalkomitees der Denkmalpflege in Görlitz mit der Silbernen Halbkugel geehrt. Die Auszeichnung ist der wohl wertvollste deutsche Denkmalpreis.

Barth ist gebürtiger Hamburger und hat nach wie vor seinen Hauptwohnsitz in der Hansestadt. Doch die Wochenenden und den Sommer verbringt er regelmäßig in Borsfleth. „Schön ländlich“ sei es hier, sagt er. An die Stör verschlug es ihn auf Umwegen. 1970 habe er mit seiner damaligen Frau einen Resthof in Kasenort hergerichtet. Nach der Scheidung folgte die Suche nach einer neuen Bleibe – „und die habe ich hier gefunden“. Gleich zu Beginn habe er die alte Kate unter Denkmalschutz stellen lassen – nicht zuletzt, um an Fördergelder für die Sanierung zu kommen. Geld ist auch für den Hamburger Denkmalverein ein wichtiges Thema. Denn der setzt sich „intensiv für den Erhalt von Kulturdenkmälern ein“, so Barth. Wobei auch Grenzpfeiler und Steinskulpturen Beachtung fänden.

Barths Credo lautet: „Wir wollen das Stadtbild erhalten.“ Klingt einfach, ist im Detail aber harte Arbeit. Apropos Arbeit: Im Hauptberuf war der 79-jährige Denkmalexperte Kunstberater. Ist, muss es eigentlich heißen, denn noch immer mischt Barth in der Hamburger Kunstszene mit. „Junge Kunst in Geschäftsräumen“, sei sein Hauptstandbein, verrät er. Heute berate er noch einige Künstler und sei „gut integriert ins Hamburger Kunstleben“. Doch regelmäßig kehrt er der Großstadt den Rücken und sucht Erholung und Ruhe auf dem Land. In Borsfleth, mitten im Dorf, fühle er sich „ausgesprochen wohl“.

Über seine jüngsten Ehrungen verliert er wenige Worte. Bereits im September war Barth vom Leiter des Hamburger Denkmalschutzamtes für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit einer Medaille ausgezeichnet worden. Die Silberne Halbkugel sei schon „eine größere Geschichte“, ins Spiel gebracht worden sei er von einem Hamburger Bundestagsabgeordneten. Insgesamt seien über 60 Vorschläge eingegangen. All das sei gute Werbung für „seinen“ Hamburger Verein, dem er nach wie vor als Mitglied angehört. Aber wichtiger seien die Projekte, die ihren Teil zum Erhalt alter Bausubstanz beitrügen.

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