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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 06:07 Uhr

Verkehr : DB Regio will Gutes besser machen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Verträge für das Eisenbahnnetz West sind besiegelt. Der neue Betreiber DB Regio lobt den Vorgänger – will aber noch einiges besser machen.

Die Deutsche Bahn Regio betreibt in den nächsten neun Jahren das Eisenbahnnetz West. Das Unternehmen hatte sich bei der Ausschreibung gegen zwei weitere Bieter, unter anderem den derzeitigen Betreiber Nord-Ostsee-Bahn (NOB), durchgesetzt. Gestern besiegelten Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), Torsten Reh (Leiter DB Regio) und Christoph Ströh (Leiter Netz West) mit ihren Unterschriften den Anbieterwechsel, der zum 11. Dezember in Kraft tritt.

Für die Bahnkunden bleibt vieles aber erst einmal beim Alten. Denn die DB Regio übernimmt nicht nur die Züge – im Einsatz sind 90 Reisezugwagen, 15 moderne Lokomotiven und drei Dieseltriebwagen –, sondern auch den Großteil der bisherigen NOB-Mitarbeiter. Von den rund 170 Angestellten seien die allermeisten ohne vertragliche Abstriche übernommen worden, versichert Ströh. Auch das Catering wird in den DB-Zügen fortgesetzt.

Auf ein freies WLan für den Internetzugang an Bord müssen die Passagiere allerdings vorerst weiter verzichten. Die Züge seien auf dem technischen Stand von 2005, und damals habe WLan noch nicht zur Ausstattung gehört. „Wir wollen aber 2017, spätesten 2018 mit dem Fahrzeugausbau beginnen“ und dann würde auch der Internetzugang nachgerüstet, verspricht der DB-Regio-Chef. Und Minister Meyer ergänzt: „Wir sind dabei die Breitbandstrategie fortzuschreiben, mit der wir freies WLan für den öffentlichen Raum sicherstellen wollen. Dazu gehören auch die Züge.“

Im künftigen Schnellbus von Itzehoe nach Brunsbüttel muss ab 11. Dezember niemand auf WLan verzichten. Dort kommen ganz neue Busse zum Einsatz. Die Linie betreibt Autokraft im Auftrag der DB Regio, da die Verbindung neben der Strecke Hamburg-Westerland und Itzehoe-Heide mit Bestandteil der Ausschreibung war. Das Land finanziert den Schnellbus, der im Stundentakt fahren wird und auch einen Anschluss an die Elbfähre nach Cuxhaven bietet. Bisher sei Brunsbüttel das einzige Mittelzentrum in Schleswig-Holstein ohne schnelle ÖPNV-Anbindung gewesen. Aber auch eine Schienenanbindung auf dieser Strecke ist noch nicht vom Tisch. „Wir kämpfen in Berlin weiter für die Schiene, vorrangig für den Güterverkehr. Wenn die kommt, muss man sicherlich noch mal über eine Bahnverbindung reden“, so Reinhard Meyer.

Auch für die Reisenden von Hamburg auf die Insel Sylt wird etwas getan. Mit so genannten Sprinterzügen wird Westerland von April bis Oktober am Wochenende zweimal angefahren. Durch weniger Haltestellen auf der Strecke kommen Urlauber und Ausflügler im „Sylter Sommer“ in rund zweieinhalb Stunden auf die Nordseeinsel. Diskussionsbedarf gerade für die Inselpendler gebe es allerdings noch, räumt DB-Regio-Chef Torsten Reh ein. Es habe bereits einen Ortstermin wegen der Verbindung Niebüll-Westerland gegeben. Am 28. November werde man sich erneut zusammensetzen und in Niebüll vor Ort informieren. „Es ist wichtig, dass wir rechtzeitig darüber reden und Anfängerfehler vermeiden“, zeigt sich Reh diskussionsbereit. Grundsätzlich wolle man nicht Züge fahren lassen, sondern Fahrgäste befördern.

Insgesamt hat die Ausschreibung ein Volumen von fast 400 Millionen Euro. Neun Jahre lang gibt es für die DB Regio aus Landesmitteln 38,5 Millionen Euro pro Jahr. Auf der 238 Kilometer langen Strecke Hamburg-Westerland sind durchschnittlich rund 19  000 Fahrgäste pro Tag unterwegs. Über den Vorgänger sagt Torsten Reh: „Die NOB hat in den vergangenen elf Jahren einen guten Job gemacht. Wir wollen in den nächsten neun Jahren einen noch besseren machen.“

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erstellt am 11.Nov.2016 | 04:50 Uhr

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