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Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 05:00 Uhr

Grossprojekt : „Das wird toll“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Umbau in der Breiten Straße 36 in Itzehoe läuft seit fast vier Jahren – im Frühjahr 2017 soll er beendet werden.

Immer wieder bleiben Passanten stehen und schauen. Die Fassade des Hauses in der Breiten Straße 36 beeindruckt. Was sie nicht sehen können: Drinnen befindet sich eine Baustelle von beeindruckendem Ausmaß. „Wir sind nicht im ursprünglichem Zeitplan“, sagt Eigentümer Martin Dethlefsen. Und ergänzt voller Gelassenheit: „Aber das ist man bei einem Altbau nie. Wir sind gut davor.“

Schon als Kind habe er vor diesem Gebäude gestanden und es bewundert, sagt der 50-jährige Geschäftsführer des Hagebaucentrums in Kellinghusen. Dort hat er schon mehrere historische Häuser hergerichtet, und als es die Möglichkeit gab, die Breite Straße 36 zu kaufen, war für ihn klar: „Das will ich einfach!“ Längst war vom Abriss des gut 100 Jahre alten Baus die Rede, einst im neoromanischen Stil errichtet für die Westholsteinische Bank. Auch Dethlefsen hörte diesen Rat, nachdem der Kauf von Karstadt Immobilien endlich vollzogen war. Für ihn war klar: „Denen werde ich es schon zeigen!“

Das ist fast vier Jahre her. Die Substanz des Gebäudes sei gut, auch wenn unschöne Überraschungen bei der Sanierung nicht ausblieben. Dach, Fenster, Fassade, insbesondere die zum abgerissenen früheren Karstadt-Sporthaus, das waren wesentliche Stationen. Auch das Dach und die Außenwände des Anbaus sind hergerichtet. Drinnen sieht es wüst aus, ein Lager für Schutt und Material. Wenn die Wände erst einmal entfernt seien, gebe es 350 Quadratmeter Platz für Büros oder Gewerbe. Ein Café direkt am Theater und eventuell der späteren Störschleife? „Warum nicht? Das Erdgeschoss wird traumhaft werden“, sagt Dethlefsen, der seine Unterstützung für Störauf mit vielen Plakaten in den Fenstern unterstreicht.

Doch bewusst werde das Haus von oben nach unten saniert und nicht im Erdgeschoss vorher eine Nutzung etabliert – sonst sei der Ärger programmiert. Im ersten und zweiten Stock ist die Teilung der Wohnungen, die auch den Denkmalschutz erschreckte, wieder aufgehoben, je 160 Quadratmeter ermöglichen künftig herrschaftliches Wohnen im Zentrum. Im Obergeschoss ist noch Platz für eine Ein- und eine Drei-Zimmer-Wohnung.

Noch ist alles Baustelle. Die Elektrik ist weitgehend geschafft, die Klempnerarbeiten laufen, Wände sind hergerichtet, die Fußböden, beispielsweise aus Terrazzo, teils freigelegt. Vieles erledigt Dethlefsen mit eigenen Mitarbeitern, wenn diese nicht durch dringendere Projekte gebunden sind: „Es drängt mich hier nicht, ich habe nicht die große Eile.“

Und vieles kostet einfach reichlich Zeit. Ein Jahr lang sei in dem Haus nur der Stuck sauber gemacht worden, auch in diesem Jahr sei viel passiert, was von außen nicht zu sehen sei. Zum Beispiel: „Einer hat vier Monate lang nur Sand gestrahlt.“ Die Metalltreppe und verzierte Holzelemente wurden von vielen Schichten Lack befreit, Türen erst mit dem Heißluft-Fön und dann mit dem Sandstrahler bearbeitet. „Es lohnt sich einfach, das so zu machen“, sagt Dethlefsen. Er handele aus Überzeugung so, habe die Detailverliebtheit – und könne es sich leisten. Alte Bauteile wie Fliesen oder Fenster wurden möglichst gerettet: „Alles das, was alt und schön ist, versuche ich aufzubewahren und einzubauen.“

„Deutliche Summen“ würden dafür investiert, sechsstellig sei der Betrag, sagt der Eigentümer, der auch nebenan aktiv ist: Das Haus Nummer 38 aus dem 18. Jahrhundert gehörte zum Paket, unter anderem der Fußboden im Erdgeschoss wird komplett erneuert, ebenso werden die Mauersteine im Fachwerk neu gesetzt.

Dort wie nebenan in der Nummer 36 ist noch viel zu tun, ein Ende für Dethlefsen aber abzusehen: Im Frühjahr kommenden Jahres wolle er fertig sein. Und dann? Um Mieter habe er sich nicht gekümmert, da mache er sich aber bei diesen Häusern keine Sorgen. Denn: „Das wird toll.“

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erstellt am 10.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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