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Technisches Hilfswerk in Itzehoe : Das THW will weiblicher werden

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Frauen sind beim Technischen Hilfswerk in Itzehoe immer noch kaum vertreten – der Ortsverband will dies in Zukunft ändern.

Die Motorsäge, die Bele Stege aus dem Fahrzeug hebt, ist schwer. Schon die Größe des Geräts verrät, dass sie nicht im Garten verwendet wird. Stege streift sich Handschuhe über und nimmt die Säge wieder in die Hand. Dann platziert sie diese gekonnt an dem breiten Baumstamm auf dem Banner mit der Aufschrift „Raus aus dem Alltag, Rein ins THW!“ Denn zurzeit findet kein Einsatz statt – sondern nur ein Fototermin.

Bele Stege ist eine von fünf Frauen, die in der Männerdomäne des Technischen Hilfswerks (THW) aktiv tätig sind. „Ich habe eine Freizeitbeschäftigung gesucht, habe beim THW vorbeigeschaut und bin dageblieben“, erzählt die 22-Jährige. Bei Sandra Rohweder lief es ähnlich ab. Die Verwaltungsfachangestellte wollte eigentlich zur Feuerwehr, „aber ich bin dann durch einen Arbeitskollegen hergekommen und das THW ist mich nicht mehr losgeworden“, berichtet sie lachend.

Für beide Frauen war es schon von Beginn an „eine gute Kameradschaft hier“, erzählen sie. Dass sie Frauen sind, war überhaupt kein Problem. „Ich kann genauso gut Gerüste aufbauen oder auch Motorsägen bedienen“, sagt Bele Stege stolz. „Viele denken, das können nur Männer oder dass die Technik schwierig ist. Aber das stimmt nicht“, bekräftigt Sandra Rohweder. Die beiden möchten Frauen und Mädchen die Scheu nehmen, beim THW einzusteigen. Das wäre auch dem Itzehoer THW-Ortsbeauftragten Sven Guericke sehr recht. Denn zurzeit läuft eine bundesweite Kampagne zur Mitgliedersuche und der Ortsverband Itzehoe möchte seine Frauenquote in Zukunft deutlich steigern“, sagt Guericke.

Dabei haben Sandra Rohweder und Bele Stege beide „keine Probleme“ zur weiblichen Minderheit zu gehören. „Wir fühlen uns wohl beim THW“, sind sich die beiden einig. Bele Stege kommt einmal die Woche zum Dienstabend, „da üben wir mit den Gerätschaften und bereiten uns auf Einsätze vor“, erzählt sie. Das Schöne beim THW sei, „dass man ohne Vorkenntnisse kommen kann“, erläutert Thorsten Madüske, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Im Rahmen einer einjährigen Ausbildung, die „nebenbei“ abläuft, lernen THW-Anwärter alles Nötige. „Und wenn man mit der Motorsäge nicht umgehen kann, oder will, gibt es auch andere Aufgaben“, sagt Sandra Rohweder, die im Zugtrupp, dem die taktisch-technische Koordination und Abwicklung von Einsätzen obliegt, tätig ist. Daneben engagiert sie sich auch als Jugendbetreuerin.

„Wir suchen außerdem Kinder und Jugendliche, die Lust haben, bei uns mitzumachen“, sagt Thorsten Madüske in Hinblick auf die 14 Jungen, die einmal in der Woche dasselbe üben wie die Erwachsenen, nur mit kleineren Geräten. „Wir machen das spielerisch und vorwiegend in Gruppenarbeiten“, berichtet Sandra Rohweder. Ab 17 Jahren darf dann mit der Grundausbildung gestartet werden. „Praktisch ist zudem, dass man jederzeit einsteigen kann“, erklärt Thorsten Madüske.

Interessenten können einfach kommen und mitmachen. Sandra Rohweder und Bele Stege empfehlen die Tätigkeit beim THW gern weiter: „Man tut etwas Gutes, es ist eine sinnvolle Beschäftigung und ein Ausgleich zum Beruf“, finden sie. Und die beiden sind sich einig: „Was wir hier machen, macht nicht nur Männern Spaß, sondern auch Frauen und Mädchen.“


>Treffen der Jugendgruppe: montags, 18.30 bis 20.30 Uhr; Treffen für Interessierte ab 17 Jahren: dienstags ab 19 Uhr – beides in der Zentrale des THW Ortsverbandes, Oelixdorfer Straße 2.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 05:00 Uhr

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