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Störauf : „Das Leben spielt sich am Wasser ab“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jahresversammlung von Störauf: Erfolgreiches Beispiel aus dänischem Aarhus vorgestellt. Der Verein geht von Bürgerbefragung im Mai 2018 aus.

Der Gast war gut gewählt. Thorkild Green Jensen hatte bei der Jahresversammlung des Vereins Störauf am Donnerstagabend so einiges aus erster Hand zu berichten über das Vorhaben, einen früher vorhandenen Fluss wieder in eine moderne Stadt zu integrieren. Im dänischen Aarhus hat der Stadtplaner und Architekt ein solches Projekt von der ersten Idee bis zur Fertigstellung 30 Jahre später begleitet. Mut machen konnte er den Vereinsmitgliedern, die sich für Ähnliches in Itzehoe einsetzen, insofern, als dass das Projekt in Aarhus gelungen ist. „Heute spielt sich das Leben am Wasser ab. Wer in der Innenstadt von Aarhus bei schönem Wetter rausgeht, geht zum Fluss. Dort ist immer was los.“ Gewässer an Siedlungen hätten eine positive Wirkung, so Jensen. „Itzehoe hat eine große Zukunft, wenn Ihr Vorhaben gelingt.“

Doch Jensen stellte auch klar, dass ein langer Atem gebraucht werde bei der Umsetzung. „Sehr schwierig“ sei es gewesen, die Bevölkerung vom positiven Nutzen der Bauarbeiten zu überzeugen. „Sie brauchen tüchtige Leute für die Kommunikation.“ Es müsse immer Ansprechpartner geben für die Bürger. „Man muss sich wirklich kümmern um die Öffentlichkeitsarbeit“, riet der Däne.

Das wollen die Störauf-Mitglieder in Zukunft intensiv tun. „Wir können eine Schnittstelle sein zwischen Verwaltung und Bevölkerung und die Bürgerbeteiligung gewährleisten“, sagte der Vorsitzende Michael Ruff in seinem Jahresbericht. Zufrieden blickte er auf die Vereinsarbeit im abgelaufenen Jahr zurück. „Als wir vor sechs Jahren angefangen haben, hätte ich keine Wette darauf abgeschlossen, dass wir so weit kommen“, sagte Ruff mit Blick auf den Beschluss der Ratsversammlung, die Ideen des Vereins zur Nachbildung der einst zugeschütteten Störschleife im Umfeld des Theaters in das Programm zur Innenstadtsanierung aufzunehmen (wir berichteten). Dies sei ein „entscheidender Schritt“ gewesen. „Der Erfolg freut uns über alle Maßen.“ Als „Herausforderung, die wir gerne annehmen“ bezeichnete der Vorsitzende die in diesem Zusammenhang geplante Bürgerbefragung. Sie soll stattfinden, wenn eine konkrete Bauplanung vorliegt. Der Verein geht davon aus, dass diese im Mai 2018 zusammen mit der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein stattfinden wird.

Nach dem Beschluss der Ratsversammlung sei dieser Termin nun das nächste große Ziel von Störauf, sagte Ruff. „Das spornt uns an, weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir wollen für die Zustimmung aktiv werben.“ Der Itzehoer Fotograf, der sechs Jahre lang an der Spitze von Störauf stand, will dies persönlich, aber nicht mehr als Vorsitzender tun. „Der Beschluss der Politik ist eine Zäsur bei unserem Vorhaben. Nun ist es Zeit für frischen Wind“, sagte Ruff und trat, wie auch die anderen bisherigen Vorstandmitglieder, bis auf den zweiten Vorsitzenden Sven Haltermann, nicht zur Wiederwahl an.

Einstimmig als Nachfolgerin gewählt wurde Kirsten Puymann. Sie wird die Geschicke des Vereins künftig mit den ebenfalls einstimmig gewählten Vorstandsmitgliedern Sven Haltermann, Torge Kassebrock (Schatzmeister) und Beate von Malottky (Schriftführerin) lenken. Für das laufende Jahr sind bereits öffentliche Werbeaktionen bei Veranstaltungen wie dem Störlauf, dem Weinfest oder der Kulturnacht geplant, aber auch Infostände auf dem Wochenmarkt. „2017 werden wir aber einen Gang zurückschalten“, sagte Hilke Jeppe vom Organisationsteam des Vereins. „Der Fokus liegt nun ganz klar auf dem Frühjahr 2018.“

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erstellt am 18.Mär.2017 | 14:00 Uhr

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