zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 02:19 Uhr

Dankbar für 25 erfolgreiche Jahre

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zum letzten Mal organisiert Maren Heesch den beliebten Weihnachtsmarkt in der Rumflether Mühle

„Dass es so ein Bombenerfolg wird, hat mich selbst überrascht.“ Zum 25. Mal organisiert Maren Heesch jetzt schon den Weihnachtsmarkt in der Rumflether Mühle. Die beliebte Veranstaltung mit mehr als 30 Hobbykünstlern aus der Region ist Tradition geworden – eine Tradition allerdings, die in diesem Jahr vielleicht zu Ende geht. Die 71-Jährige übernimmt die Vorbereitung des bunten Treibens am 1. Adventwochenende (26. und 27. November) zum letzten Mal. Aus gesundheitlichen Gründen. Umso lieber denkt sie an die Anfänge und die vielen guten Jahre zurück.

Nach schwerer Krankheit hatte Maren Heesch angefangen zu zeichnen und sich mit ihren Arbeiten an einer Hobbyausstellung in der Mühle in Eddelak beteiligt. Dort lernte sie die Müllerfamilie Martens aus Wilster kennen. Das war 1992. Der Mühlenbetrieb an der Au war in jener Zeit aufgegeben worden, die Räumlichkeiten standen leer. „Damals haben wir im Sommer vier Wochen lang eine Kunstausstellung zugunsten der Krebsnachsorge organisiert“, erinnert sich Maren Heesch. Auch daran, wie sie erst einmal die Holzbalken vom Mehl befreiten und zugige Löcher stopften. Schon da hätten Besucher immer wieder nachgefragt, ob es denn auch einen Weihnachtsmarkt geben könne. Der Startschuss fiel noch im gleichen Jahr. Im Jahr darauf dann ein Schicksalsschlag, als ihr Ehemann plötzlich verstarb. Auch in seinem Sinne führte Maren Heesch den Weihnachtsmarkt bis heute weiter. Die Resonanz in der Bevölkerung war Ansporn und Bestätigung zugleich. „Damals gab es hier sonst ja keine solche Veranstaltung. Die Leute waren einfach begierig danach.“ Daran hat sich nicht viel geändert. In ihrer Liste hat sie 50 bis 60 Hobbykünstler aller Art. Wer dabei sein will, muss mitunter mit einem Platz auf der Warteliste vorlieb nehmen. „Weniger ist mehr“, nennt Maren Heesch ihre Auswahl-Devise. „Ich will auch Qualität haben und keine Massenware.“

Die Vorbereitungen starten schon im Mai. Dann holt die Wilsteranerin ihren alten Lageplan heraus. Kleine Zettel mit den Namen der Aussteller werden so lange hin und hergeschoben, bis alles optimal zusammenpasst. Am Montag vor der Eröffnung rückt Maren Heesch dann noch einmal mit dem Zollstock an und markiert die Stellplätze mit Kreide.

Unter den Ausstellern (siehe auch Liste rechts) werden zahlreiche bekannte Gesichter, aber auch neue sein. Ein Ehepaar aber war sogar schon bei der Stunde Null dabei: die Itzehoer Judith und Helmut Karlapp. Einen Stand wird auch Maren Heesch wieder selbst bestücken – mit kleinen Büchern, Spielen für Gedächtnistraining, vor allem aber mit Portraitzeichnungen, die ihre besondere Leidenschaft sind. „Ich wollte einmal Kunst und Grafik studieren, aber dann kamen drei Kinder“, beschreibt sie ihren für die Generation fast schon typischen Lebenslauf. Die künstlerische Ader in ihr ist aber noch längst nicht versiegt. Lange Jahre hatte sie ihre Kreativität auch in der Schaufenstergestaltung des auch schon geschlossenen Haushaltswarengeschäftes Kruse eingebracht. Ein bisschen Wehmut klingt aber schon aus ihrer Stimme, wenn sie heute davon spricht, dass es für sie der letzte Weihnachtsmarkt in der Rumflether Mühle sein wird. „Ich bin froh und dankbar für 25 erfolgreiche Jahre“, sagt sie aber auch und bezieht in ihren Dank ausdrücklich die Familie Martens mit ein. An zwei Traditionen hält Maren Heesch übrigens bis zuletzt fest. Zur Eröffnung wird es eine kurze Gedenkminute geben, und wie in jedem Jahr wird ein Nikolaus die Runde machen. Und: Der Erlös (Eintritt ein Euro für Erwachsene) kommt der denkmalgeschützten Mühle zugute.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 17:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen