zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

05. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Dachrinnen-Betrug – der zweite Versuch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dubiose Handwerker kehren vier Wochen später zurück, um Geld zu kassieren

Es ist gerade mal vier Wochen her, da hat Ute Heyne für ihr Haus am Kollmaraner Deich ungewollt eine neue Regenrinne montiert bekommen. Eine mysteriöse Handwerkerbande hatte das gute Stück angebracht, als ihr fast 94-jähriger Mitbewohner Hermann Franzenburg alleine zuhause war (wir berichteten). „Die sind darauf spezialisiert, die Leichtgläubigkeit alter Menschen auszunutzen“, ist sich Ute Heyne, die selber in der Altenpflege arbeitet, sicher. Zumal sie viele ähnliche Geschichten aus Elmshorn und Umgebung hörte.

Große Angst vor Ärger mit der Polizei scheinen die Männer mit starkem osteuropäischem Akzent aber nicht zu haben. Denn knapp einen Monat später, nachdem die Geschichte groß in der Zeitung stand, sind sie jetzt zum Eintreiben des Geldes auf das Grundstück von Ute Heyne zurückgekehrt.

„Auf einmal waren sie wieder da – nur diesmal mit einem blauen statt mit einem weißen Auto mit der Aufschrift ,Die Handwerker’“, erzählt die 53-Jährige. „Ich konnte es kaum glauben, dass die sich noch hierher trauen, nachdem die Geschichte doch groß in der Zeitung stand.“ Heyne reagierte geistesgegenwärtig, sagte ihrem Freund, er solle die beiden in ein Gespräch verwickeln und rief die Polizei.

Um die angeblichen Handwerker bis zur Ankunft der Beamten aufzuhalten, zeigte Ute Heyne den angeblichen Handwerkern mit starkem osteuropäischen Akzent die schlecht gelötete neue Regenrinne, aus der es seit der Installation ständig heraus tropft. „Ich würde eine so schlechte Arbeit nicht bezahlen, habe ich ihnen gesagt. Daraufhin haben die Männer in aller Seelenruhe die Regenrinne abmontiert und auf unserem Rasen mit dem Löten begonnen.“

In der Zwischenzeit waren die Polizisten angekommen und hatte das Handwerker-Auto eingeparkt. „Die sind überhaupt nicht nervös geworden“, sagt Ute Heyne. „Sie haben den Polizisten ihre Ausweise gezeigt und dann entspannt weiter gearbeitet.“ Auf die Fragen der Beamten hätten die Männer vorgegeben, nichts zu verstehen. Nachdem die Polizisten die Personalien aufgenommen hatten, verließen sie das Grundstück wieder. Nicht ohne Ute Heyne geraten zu haben, auf keinen Fall Geld zu bezahlen und – falls sie eine Rechnung bekommen sollte – aufs Revier zu kommen.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Aug.2016 | 16:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen