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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 15:24 Uhr

Infrastruktur : Cuxhavenfähre baut Schulden ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Elb-Link-Geschäftsführer sieht den Kurs der Reederei durch steigende Auslastung bestätigt. Drei neue Schiffe sind im im Gespräch.

Die Fährlinie zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven hat sich offenbar wirtschaftlich stabilisiert. Noch im August, ein Jahr nach der Eröffnung, musste die Reederei Elb-Link mit Sitz in Cuxhaven einräumen, dass das Unternehmen mit einer hohen Schuldenlast kämpfe. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Stade war sogar eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung eingereicht worden – ein juristischer Schachzug, um Elb-Link zur Offenlegung der Zahlen zu zwingen. Gestern bezeichnete Geschäftsführer Christian Schulz die Entwicklung seitdem als positiv: Wie angekündigt, habe die Reederei alle Forderungen beglichen, die im August für Unruhe gesorgt hatten.

„Wir haben immer gesagt, dass wir einen schwierigen Weg vor uns haben und dass gerade die Anfangszeit anspruchsvoll wird“, so Schulz. „Allerdings gab es unsererseits nie Zweifel daran, dass man aufgrund von kurzfristigen Problemen in der Startphase keine Entscheidung zum Gesamterfolg treffen kann.“ Die Linie hatte bis 31. Juli einen Verlust über 1,41 Millionen Euro eingefahren. Dafür standen die Gesellschafter gerade. Das Anlage- und Umlaufvermögen wurde mit 1,57 Millionen Euro beziffert. Dem standen Ende Juli 943  000 Euro an Verbindlichkeiten gegenüber. Schulz: „Anfangsverluste sind normal. Keiner kann erwarten, nach zwölf Monaten in diesem Geschäft Profit zu erzielen. Andere Firmen machen über längere Zeit das zig-fache an Startverlusten um sich im Markt zu positionieren.“

Damit sei Elb-Link inzwischen auf einem guten Weg. Von September 2015 bis September 2016 sind rund 480  00 Personen, 92  000 Pkw und 18  500 Lkw mit den beiden Fähren übergesetzt. Das, so der Geschäftsführer, entspreche einer durchschnittlichen Dauerauslastung von 26 Prozent über alle Abfahrten. Ein Gutachten aus 2012 hatte berechnet, dass jährlich 265  000 Pkw, 48  000 Lkw und 625  000 Passagiere die 14 Seemeilen lange Route nutzen würden. In diesem Jahr seien die Beförderungen monatlich um 28 Prozent gestiegen. Schulz geht angesichts der zunehmenden Auslastung davon aus, dass Elb-Link im Sommer 2017 erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren könne. „Die durchweg positiven Bewertungen sprechen dafür, dass wir heute in eine positive Zukunft schauen dürfen“, sagt Christian Schulz.

Die Reederei arbeite jetzt daran, die Fahrtzeiten zwischen beiden Häfen zu optimieren. Dazu gehört nach den Worten des Geschäftsführers auch ein Austausch der beiden Fähren. Lange Fahrtzeiten sind immer wieder moniert worden. Im August sprach Schulz von einem Softwareproblem bei der Maschinensteuerung. Schon damals nannte er eine kürzere Taktung als Ziel. Langfristig erwäge die Reederei daher einen Wechsel der Tonnage um die Abfahrtsfrequenz zu verbessern. Elb-Link befinde sich derzeit in Verhandlungen zur Beschaffung von drei gleichwertigen Schiffen. Dies allerdings unter der Voraussetzung, dass die bestehende Flotte anderweitig besser eingesetzt werden könne. Schulz: „Dadurch würde die Strecke im Stundentakt bedient werden können.“

Zwar wurden die beiden eingesetzten Doppelend-Fähren bereits zum Start der Linie am 20. August vorigen Jahres umgetauft. Doch offiziell vollzogen ist dies noch nicht. Auch das werde sich ändern, kündigt Schulz an. „In Kürze werden beide Schiffe, die derzeit offiziell noch ‚Muhumaa‘ und ‚Saaremaa‘ heißen, dann als ‚Grete‘ und ‚Anne-Marie‘ geführt. Gleichfalls ist ein Flaggenwechsel vorgesehen.“ Noch fahren die Schiffe unter estnischer Flagge, nach dem Wechsel wird es Portugal mit Heimathafen Madeira sein. Nächstes Ziel der Reederei sei die Akquisition internationaler Kunden sowie eine intensivere Bewerbung im überregionalen Bereich.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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