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Norddeutsche Rundschau

23. Juli 2014 | 01:26 Uhr

Itzehoe : "Creeps": Intensives Spiel im Jugendtheater

vom

itzehoe | "Hauptsache, es knallt. Macht was Verrücktes", weist Regie-Assistentin Anna (Anthea Stapel) die drei Mädchen lässig ein. Sie wollen Moderatorin einer neuen Trendmusicshow werden und treten in einem Casting gegeneinander an. Dabei "knallen" drei ganz unterschiedliche Charaktere aufeinander, die die Akteurinnen des Theater-Jugendclubs sehr überzeugend ausfüllten.

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Johanna Rheinländer spielte die gehässige Modepuppe Lilly aus reichem Haus voll aus, Lea Karwoth versuchte als aufgeweckter Kumpeltyp Petra charmant die Wogen zu glätten, und Lena-Cathrin Hinrichsen trug als schüchterne Maren ihre familiären und psychischen Probleme so authentisch auf die Bühne, dass das Publikum zuweilen die Luft anhielt.

Am Schluss entpuppt sich alles als Bluff, die Mädchen sollten nur das Material für den Trailer der Show liefern, die Moderatorin stand längst fest. Dabei wollten sie doch alle die TV-Karriere für den Ausbruch aus ihren familiären und Alltagszwängen nutzen, ins Erwachsenenleben aufbrechen. Was bleibt? Die gemeinsame extreme Erfahrung schweißt zusammen: "Lasst uns doch zusammen shoppen gehen", ermuntert Lilly zum versöhnlichen Ausklang.

Lutz Hübners Erfolgsstück "Creeps" bot den sechs engagierten Darstellerinnen des Jugendclubs, die an zwei Abenden in verschiedenen Besetzungen spielten, eine ideale Grundlage für ein konzentriertes, genaues Spiel, das zudem ihrer Lebenswirklichkeit und ihrer TV-Erfahrung sehr nahe stand. "Das war ein toller Stoff", sagten die sechs einmütig. Die meisten sind schon seit einigen Jahren im Jugendclub aktiv. Sie haben mit Theaterpädagogin Britta Schramm viel an der Sprache gearbeitet, den Jugendslang und die Anglizismen des älteren Stücks beim Proben an ihre aktuellen Sprachgewohnheiten und Erfahrungen angepasst. Dem intensiven Spiel kam auch die Studio-Atmosphäre entgegen, die Britta Schramm für die Jugendclubs bewusst wählt, da sie in den Raum hineinspielen, mehr technische Möglichkeiten und den engen Publikumskontakt nutzen kann. Beim Proben mit den verschiedenen Clubs setzt sie auf Zusammenarbeit, die Stücke werden gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt. In kleinen Besetzungen wird gezielt gearbeitet. Das ist aufwändig - und so freut sich Britta Schramm, dass ihr "die Theaterdirek tion hierfür den Rücken stärkt".

Neu war bei den Aufführungen des Jugendclubs, deren letzte Staffel am 21./22. Juni folgt, dass sich die Clubmitglieder gegenseitig als Publikum anschauten. Auch einige Spieler von der KKS-Theatergruppe und Teilnehmer der Jugendkulturwochen nutzten wieder die Gelegenheit, Spiel- mit Seherfahrungen abzugleichen. Damit bringen die Jugendclubs das Theater weit in Familien und Schulen hinein und knüpfen ein wichtiges Kulturnetz für den Publikumsnachwuchs.

von Gabriele Knoop
erstellt am 08.Jun.2012 | 09:47 Uhr

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