zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

ÖPNV : Busverkehr vor Neuausschreibung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Genehmigungen für drei Teilnetze laufen Ende 2017 aus. Gewerkschaft fordert in Itzehoe, die Personalübernahme im Vorwege zu regeln

In drei von fünf Steinburger Bereichen sollen demnächst die Busverkehre neu ausgeschrieben werden: in den Teilnetzen Nord (Schenefeld), Ost (Kellinghusen) und West (Wilstermarsch). Deshalb fürchten Busfahrer um ihren Job – es sei denn, der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) verankert in der kommenden Ausschreibung, dass die Fahrer bei einem Anbieterwechsel übernommen werden und ihr Besitzstand gewahrt wird. Diese Forderung unterstrichen sie zusammen mit der Gewerkschaft Verdi mit einer Mahnwache vor dem Kreishaus, in dem die Mitglieder des Zweckverbandes zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammenkamen.

„Für schätzungsweise 60 Beschäftigte im Nahverkehr des Kreises ist unklar, wer den Busverkehr übernimmt und ob sie eine Anschlussbeschäftigung bekommen. Zudem drohen neue Probezeiten und befristete Arbeitsverhältnisse, obwohl der Betrieb fortgeführt wird. Das unmittelbar geltende Europarecht und das Landesrecht geben dem Zweckverband aber die Möglichkeit, die Personalübernahme festzuschreiben“, sagte Verdi-Fachsekretär Andreas Riedl.

Verbandsvorsteher Rainer Naudiet versuchte die Ängste zu zerstreuen. Er berief sich auf die Amtsvorgänger, die auch bei vorherigen Ausschreibungen die Übernahme der Mitarbeiter als Bedingung gefordert hätten. Als Alternative könnten jedoch auch noch strengere EU-Vorschriften in die Ausschreibung hineingeschrieben werden, so Naudiet. Die Entscheidung treffe dann letztendlich die Verbandsversammlung.

Alle drei Teilnetze sollen zum 1. Januar 2018 neu vergeben werden. „Das Verfahren läuft planmäßig“, sagte der zuständige ÖPNV-Mitarbeiter Lars Werlich zu den Vorarbeiten. Die Ausschreibung soll im Dezember 2016 europaweit veröffentlicht werden, der Zuschlag erfolgt im Mai oder Juni 2017.

Ob die Ausschreibung neben dem Linienbusverkehr auch so genannte flexible Bedienformen oder Bürgerbusse enthalten wird, will der Zweckverband noch klären. Informationen dazu gab Christine Carstensen von Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.sh). Flexible Bedienformen sind Busse, die nicht zu festen Zeiten fahren, sondern von den Nutzern bestellt werden können. Die Busse fahren dann bei Bedarf bestimmte Routen ab. Als Beispiel nannte sie den in Dithmarschen existierenden Rufbus, den im vergangenen Jahr 8600 Gäste genutzt hätten. „Klar ist aber auch, das dieses zusätzliche Angebot nicht umsonst ist“, wies sie auf zusätzlichen Finanzbedarf hin. „Die Höhe des Standards und das Organisationsmodell bestimmen die Kosten.“ Möglich sei auch, die Option von Bürgerbussen in die Ausschreibung zu nehmen. Bürgerbusse müssten ehrenamtlich über Vereine betrieben werden, könnten dann jedoch in den ÖPNV integriert werden. Zurzeit gebe es drei Vereine mit Bürgerbussen im Land, drei weitere, darunter in Meldorf und Burg-Michaelisdonn, seien im Aufbau. Allerdings, so Christine Carstensen, würden die Vereine „nicht von allein laufen“, sie bräuchten finanzielle Unterstützung, eventuell durch die Anschaffung eines Kleinbusses.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen