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Norddeutsche Rundschau

02. Dezember 2016 | 19:14 Uhr

Dithmarschen und Steinburg : Bundesweit bei Ausbildung spitze

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anteil der Azubis in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg steht mit 8 Prozent ganz oben – dennoch gibt es freie Lehrstellen im Bereich der Arbeitsagentur Heide

Gute Noten für die Kreise Steinburg und Dithmarschen. Die Ausbildungsbereitschaft in den beiden Regionen ist überdurchschnittlich hoch. Im bundesweiten Vergleich weisen sie erneut die höchste Quote auf. Der Anteil der Auszubildenden an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten beträgt dort 8,0 Prozent. Landesweit liegt die Quote bei 6,2 Prozent und bundesweit bei 5,2 Prozent. Doch es gibt noch viel Luft nach oben. Von 1887 gemeldeten Ausbildungsstellen sind immer noch 96 (65 Dithmarschen/31 Steinburg) offen und auch von den 3558 Schulabgängern dieses Jahres sind 132 Jugendliche (69 Dithmarschen/63 Steinburg) gänzlich ohne berufliche Perspektive.

„Für die jungen Leute, die aktuell noch auf der Suche nach einer Ausbildung oder einer Bildungsmöglichkeit sind, werden wir unsere Bemühungen gemeinsam mit den Kammern fortführen und versuchen, auch diesen Jugendlichen ein passendes Angebot anzubieten“, erklärte Ronald Geist bei einem Pressetermin in Brunsbüttel. Der Leiter der Agentur für Arbeit in Heide appellierte im selben Atemzug an die Ausbildungssuchenden, sowohl regional flexibel zu sein, als auch Alternativen ins Auge zu fassen, die auf der Liste der Wunschberufe nicht an erster Stelle stünden.

Ausbildungsbetriebe sollten hingegen nicht nur auf die Schulnoten schauen, sondern in Rahmen von mehreren Praktika oder einem Langzeitpraktikum prüfen, ob sich ein Bewerber nicht vielleicht doch besser eignet, als es das Schulzeugnis erahnen lässt.

Auch wenn in diesem Jahr erneut mehr Berufsausbildungsstellen angeboten wurden, als es Bewerber gab, so deutet alles darauf hin, dass dieses Ungleichgewicht nicht mehr von langer Dauer sein wird. „In den IHK Berufen ist in Summe die Zahl der Neueintragungen rückläufig. Auch wenn die Zahlen in einigen Bereichen stabil sind, ist im Markt insgesamt spürbar, dass auch die Zahl der Bewerbungen, die in den Betrieben eingereicht werden, rückläufig ist“, berichtete Thomas Bultjer, Leiter der Geschäftsstelle Dithmarschen der IHK Flensburg. Ein Trend der durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren verstärkt wird.

In diesem Zusammenhang unterstrich Manfred Höck, Berater Aus- und Weiterbildung in der IHK zu Kiel, Zweigstelle Elmshorn, die Bedeutung der dualen Ausbildung als wichtigstes Instrument der Fachkräftegewinnung sowie die Notwendigkeit, auf Seiten der Unternehmen zunehmenden Engpässen des Fachkräftemangels entgegenzutreten.

Großes Lob gab es von allen Seiten für das Brunsbütteler Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Schlepp-Schifffahrt und Häfen, der Schramm Group. Das Unternehmen bekleide im Bereich der Eigenvermarktung als Ausbildungsbetrieb, der Ausbildung und Fachkräfteförderung eine Vorreiterrolle unter den Unternehmen beider Kreise. Unter dem Motto „Nachwuchs von morgen heute begeistern“ ist die Schramm Group bemüht, Kinder ab dem Kindergartenalter altersgerecht mit dem Unternehmen vertraut zu machen. Ein weiterer Baustein ist die Ausbildungsmesse der etwas anderen Art, „Azubi Ahoi“, die von den Auszubildenden des Unternehmens veranstaltet wird. Die jungen Azubis berichten in ihrer Sprache und somit auf Augenhöhe der jungen Besucher über die unterschiedlichen Berufsfelder und vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten, die das Unternehmen bietet.

„Wir haben eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote, da wir aufgrund nachhaltigen Wachstums einen kontinuierlich steigenden Personalbedarf haben“, betonte Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und der Schramm Group, und sagte weiter: „Wir bilden nicht aus, um auszubilden, sondern wir bilden für den eigenen, wachsenden Bedarf aus. Die Chancen übernommen zu werden, sehen bei uns gar nicht mal so schlecht aus.“

Doch der Kampf um die Auszubildenden wird immer härter. Insbesondere für Unternehmen in ländlicher Lage beziehungsweise mit schlechter Verkehrsinfrastruktur wird es zunehmend schwerer, sich gegen Ausbildungsbetriebe aus Hamburg oder anderen Städten zu behaupten. „Wir haben einen Auszubildenden aus Glückstadt, der noch nicht Volljährig ist und daher wirkliche Probleme hat und große Umstände in Kauf nimmt, um täglich zu seinem Ausbildungsplatz in Brunsbüttel zu kommen. Dazu ist längst nicht jeder bereit“, so Schnabel.
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96 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt. 65 in Dithmarschen und 31 in Steinburg. Gesucht werden: 10 Köche, 9  Bäckereifachverkäuferinnen, 7 Kaufleute im Einzelhandel, 6 Fachkräfte im Gastgewerbe, 5 Feinwerkmechaniker.

Infos: https://jobboerse.arbeitsagentur.de/ Dort: Stellenangebote, ändern in Ausbildungsstellen, Dithmarschen/Steinburg wählen, Beginn: sofort.

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