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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 13:09 Uhr

landesunterkunft : Bundesbehörde nimmt Arbeit auf

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Mitarbeiter sind übergangsweise im Torhaus der Landesunterkunft untergebracht. Offizielle Einweihung erfolgt später

Einige Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben bereits ihre Arbeit in der Landesunterkunft aufgenommen. Dies teilt Kira Gehrmann, Sprecherin des Bundesamtes mit Sitz in Nürnberg, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Wie berichtet, soll die Landesunterkunft zu einem Ankunftszentrum für Flüchtlinge werden. Das bedeutet, dass die Asylbewerber registriert werden und dort auch ihren Antrag auf Asyl stellen können.

Noch sind die Bundesmitarbeiter im Torhaus untergebracht, denn der Bürotrakt, in den sie einziehen sollen, ist noch nicht fertig. Die ehemaligen Soldatenunterkünfte müssen noch nach Sicherheitsstandards und behindertengerecht ausgebaut werden, sagt Jens Lange, Besitzer und Vermieter der Anlage. Er rechnet damit, dass die Beschäftigen dort im Oktober oder November einziehen können.

„Die Mitarbeiter des Bundesamtes haben mit einem so genannten Softstart ihre Arbeit aufgenommen“, erklärt Kira Gehrmann. Allerdings ist das Ankunftszentrum noch nicht offiziell eröffnet. Einen Termin wird das Land noch bekanntgeben.

Seit vergangener Woche arbeiten 27 Bamf-Mitarbeiter in der ehemaligen Marienekaserne am Neuendeich. Auf 51 Beschäftigte soll später aufgestockt werden. Sie werden vor allem Asylanträge bearbeiten. „Von der Aktenanlage bis zur Versendung des Bescheids.“ Und sie werden bei der Bearbeitung älterer Verfahren unterstützen, um so den so genannten Easy-Gap zu verringern. Mit Easy-Gap ist die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland gemeint, die bei der Einreise registriert, aber im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge noch keinen Antrag gestellt haben.

„Unser Ziel war es bislang, bis zum Ende des Jahres 2016 allen registrierten Personen, die noch keinen Asylantrag stellen konnten, hierfür Gelegenheit zu geben.“ Durch die Personalaufstockung sei das Bundesamt nun in der Lage, wesentlich mehr Asylanträge entgegen zu nehmen. „Wir gehen nun davon aus, dass wir das Easy-Gap bis zum Herbst diesen Jahres bundesweit schließen können.“ Einige Länder hätte die Zahlen bereits erfolgreich abbauen können. „Diese haben uns mitgeteilt, dass sich in ihrem Zuständigkeitsbereich keine Personen mehr ohne Asylantrag befinden. Mit einigen dieser Länder wurde nun abgestimmt, dass in den dortigen Außenstellen und Ankunftszentren des Bundesamts auch Anträge aus anderen Bundesländern entgegengenommen werden können. Damit reagiert das Bamf flexibel und schnell auf Über- und Unterkapazitäten und schafft Planungssicherheiten auf allen Seiten“, sagt Kira Gehrmann.

Die Erstregistrierung der Asylsuchenden wird vom Land und der Bundesbehörde gemeinsam vorgenommen. Zunächst erhalten die Asylbewerber ihren so genannten Ankunftsnachweis. Dafür werden für diejenigen, die über 14 Jahre alt sind, Fingerabdrücke genommen, von allen wird ein Lichtbild gemacht. „Dabei werden die registrierten Daten mit Datenbanken von Sicherheitsbehörden abgeglichen.“

Der Ankunftsnachweis sei Voraussetzung, damit Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz geleistet werden könne, erklärt die Sprecherin. Und es werde sichergestellt, dass Männer, Frauen und Kinder nur einmal registriert werden. Gewährleistet werde damit auch, dass die beteiligten Behörden Zugriff auf alle relevanten Daten haben. Kira Gehrmann: „Zuvor hatte es in jedem Bundesland verschiedene Systeme gegeben, die nicht aufeinander abgestimmt waren. So können bislang unerkannt doppelte und dreifache Registrierungen von Flüchtlingen in den Bundesländern ausgeschlossen werden.“

Darüber hinaus sei das BAMF im Ankunftszentrum – so auch künftig in Glückstadt – für das Asylverfahren zuständig, während das Land die Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden übernimmt.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 11:46 Uhr

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