zur Navigation springen

Norddeutsche Rundschau

09. Dezember 2016 | 14:43 Uhr

Kellinghusen : Bürgerforum: Museum muss gepflegt werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusener Keramikmuseum gilt als unverzichtbarer Bestandteil der Stadt. Kap-Sun Hwang und Si-Sook Kang stehen voraussichtlich nach Ausscheiden von Museumsleiter Hans-Georg Bluhm für eine Leitung des Hauses bereit

„Schleswig Holstein kann stolz sein auf die Tradition dieser Stadt.“ Was Festredner Helmut Sydow vor rund zwei Jahren anlässlich der Feier zur 250-jährigen Fayencetradition Kellinghusens heraus hob, wird vom Bürgerforum noch einmal dick unterstrichen. Die Keramik als Alleinstellungsmerkmal der Stadt müsse weiterhin gepflegt und das Keramikmuseum am alten Platz erhalten bleiben. Einhellig als Glücksfall begrüßt wurde, dass eventuell das Keramikerpaar Kap-Sun Hwang und Si-Sook Kang nach dem Ausscheiden von Museumsleiter Hans-Georg Bluhm für eine Leitung des Hauses zur Verfügung stünde. Das Bürgerforum als Zusammenschluss von Kellinghusenern versteht sich seit vielen Jahren als Unterstützer aber auch kritischer Begleiter der Stadtpolitik.

Anlass für die Forums-Diskussion über die Zukunft des Museums gab eine vorangegangene Bürgerinformation zu diesem Thema. Die Veranstaltung in Form eines Workshops, die sich im Rahmen eines Nachnutzungskonzepts für die Gebäude Rathaus, Bürgerhaus und Mehrgenerationenhaus Jugend- und Kulturhaus „Die Bude“ speziell dem Museum widmete, endete ebenfalls mit dem Wunsch nach dem Erhalt des Keramikmuseums am bekannten Ort. „Wenn man sich erinnert, wie hoch die Keramikgeschichte seinerzeit vom Land eingeschätzt wurde, wäre ein Umzug oder eine Umformung des Fachmuseums nur Sünde“, sagte Forumssprecher Uwe Siehl.

Vor rund 30 Jahren sei vom Land sehr richtig erkannt worden, dass Kellinghusen sich aufgrund seiner Keramikgeschichte und der Bekanntheit seiner Fayencen im norddeutschen und nordeuropäischen Raum als Standort für ein eigenes Spezialmuseum anbiete. Im Zusammenspiel mit dem bald darauf installierten Töpfermarkt und einer lebendigen Töpferszene vor Ort konnte die Keramiktradition hoch gehalten werden. „Jetzt geht es auf andre Weise weiter, deshalb muss das Keramikmuseum im Bürgerhaus erhalten bleiben“, betonte Margarete Mehrens-Alfer vom Keramik Centrum Kellinghusen.

Der Verein ergänzt die Arbeit des Museums mit vielerlei Angeboten rund um die Töpferei. Eine große Rolle spielte das Handwerk in der Stadt von 1764 bis 1860. Sechs Werkstätten produzierten damals künstlerische und Gebrauchskeramik. Den Sprung ins 21. Jahrhundert versuche das KCK mit der Einladung an junge Töpfer zu vollziehen. Sie sollen ihre ersten beruflichen Gehversuche in der Keramikstadt unternehmen. Bande dafür knüpften der Vorsitzende Andreas Dethlefsen und die Stadt mit einer Partnerschaft zur Keramikschule Landshut. Deren Leiterin Annette Ody ist mit Studenten nicht nur alljährlich auf dem Töpfermarkt und nimmt Aufnahmeprüfungen für ihr Institut bei der Ausbildungseinrichtung BiBeKu ab. Ein Tonkunstwerk von ihr wird auch im neuen Amtsgebäude zu sehen sein.

„Um das kulturelle Erbe zu wahren und den Strukturwandel im Bereich der Keramik gemeinsam zu gestalten, ist die Stadt ja auch Mitglied im Netzwerk der Porzellan- und Keramikstädte geworden“, erklärte Nürnberg. Schließlich beherberge die Stadt mit den Professor Kap-Sun Kwang und seiner Ehefrau Si-Sook Kang international bekannte und mit Preisen bedachte Keramiker. Sollten beide tatsächlich in die Museumsarbeit einsteigen, werde das Museum mit frischen Ideen einen neuen Aufschwung nehmen. Nach Vorstellung des Forums wäre dann sogar zu erwägen, die Bücherei in eine Stadtimmobilie (alter Plusmarkt) in der Lindenstraße zu verlagern und das Museum mit einer größeren Fläche auszustatten.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen