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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 11:53 Uhr

Verkehrsinfrastruktur : Bürger kämpfen für ihren Radweg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufgerissene Asphaltdecke, zugewucherte Wege – die Bürgermeister der Region fordern die Sanierung der Asphaltstrecke an der Landesstraße 119.

Die letzte Konsequenz scheint klar: „Bei unwirtschaftlicher Unterhaltung und unzureichendem Standard hat unter Umständen der Rückbau zu erfolgen.“ So heißt die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP) an die Landesregierung. Dabei geht es um den Zustand des Radwegs an der Landesstraße 119. Und im Klartext bedeutet die Aussage: Saniert wird nicht, Geld gibt’s nicht und wenn es sich nicht mehr lohnt, wird der Radweg einfach abgeschafft.

Das wollen die Bürgermeister der anliegenden Gemeinden nicht hinnehmen. Seit Jahren kämpfen Otto Schröder (Grevenkop), Reiner Kortas (Krempermoor) und Jürgen Schröder (Neuenbrook) dafür, dass endlich etwas passiert. „Der Radweg wurde mit Steuergeldern aufgebaut und soll jetzt, wo er Geld kosten könnte, einfach abgerissen werden?“, fragt Jürgen Schröder und macht aus seinem Ärger kein Geheimnis. Seinem Amtskollegen aus Grevenkop geht es ebenso: „Hier fahren 50  000 bis 60  000 Autos im Monat. Da kann man doch niemand an der Straße radeln lassen, schon gar keine Kinder“, sagt Otto Schröder.

Einmal, so erinnert sich der Gemeindechef, sei auf eine Beschwerde hin die Wildkrautbürste der Straßenmeisterei zum Einsatz gekommen – mit mäßigem Erfolg. Der ehemals zwei Meter breite Radweg lässt an einigen Stellen nicht einmal mehr 50 Zentimeter Platz für Radfahrer und Fußgänger. „Vom Zustand der Asphaltdecke gar nicht zu reden“, fügt Kortas hinzu. Vielerorts hat sich das Grün durch die Deckschicht einen Weg gebahnt. Risse ziehen sich quer über den Weg. Zu den Feldern hin sackt der Radweg ab. „Die Verkehrssicherheit ist eindeutig nicht gegeben“, stellt Otto Schröder trocken fest.

Immer wieder waren Politiker vor Ort – aus dem Kreis, aus dem Landtag. „Die waren immer sehr interessiert. Passiert ist nichts“, berichtet Jürgen Schröder. Das soll jetzt endlich anders werden. Am Sonnabend, 9. Juli, wird zur Fahrraddemo eingeladen, mit Musik von der Kremper Stadtkapelle und Leckereien zur Stärkung. Am Grevenkoper Feuerwehrgerätehaus, Hauptstraße 14a, sind alle Bürger der Krempermarsch aufgerufen, für den Erhalt ihrer Radwege zu kämpfen. Nach der Eröffnung durch die Bürgermeister gegen 11 Uhr folgen die Grußworte der Gäste. Anschließend sind Gespräche mit den Politikern möglichen. „Zugesagt hat auf jeden Fall Landrat Torsten Wendt“, sagt Otto Schröder, „und der will sogar mit dem Fahrrad kommen.“ Auch Clemens Preine, Kreisvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetags, hat sein Kommen angekündigt. Eingeladen sind zudem neben allen Bürgermeistern der Region auch die verkehrspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen. „Mal sehen, wer kommt. Wir lassen uns überraschen“, sagt Reiner Kortas. Ein Höhepunkt der Demo wird die Übergabe von mehr als 1400 Unterschriften für den Erhalt und die Sanierung des Radwegs. So viele Menschen hatten in kurzer Zeit unterschrieben, um dem Anliegen der Bürger Nachdruck zu verleihen – „damit endlich etwas passiert“, so Otto Schröder.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 04:49 Uhr

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