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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Wilster : Blumendieb auf dem Friedhof

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Grabschändungen: Verwaltung erhofft sich Hinweise auf den Täter aus der Bevölkerung.

Marlene Peters aus Wilster trauert seit 13 Jahren um ihren verstorbenen Ehemann Klaus. Mit Hingabe pflegt sie das Urnengrab auf dem Friedhof Wilster. Als sie dieser Tage das Grab besuchte, um die Pflanzen und Blumen zu wässern, „fiel mir vor Schreck die Gießkanne aus der Hand“, schildert die 82-Jährige ihre noch immer nicht verflogene Aufregung. Ein Unbekannter hatte eine große Blumenschale geplündert und die darin gepflanzten zehn Begonien gestohlen. Die leere Schale ließ er kopfüber auf dem kleinen Urnengrab zurück.

Marlene Peters informierte die Friedhofsverwaltung. Deren Leiterin Beritt Mahrt weiß inzwischen von fünf betroffenen Gräbern auf dem Friedhof der Kirchengemeinde Wilster. Sie wurden in den vergangenen zehn Wochen von vermutlich demselben Täter heimgesucht. Das Ungewöhnliche: Der Blumendieb hat einen für seine Straftaten auffälligen Ordnungs- und Sauberkeitssinn walten lassen. „Er hat in allen Fällen die Grabstellen akkurat gesäubert und die angrenzenden Wege geharkt – vielleicht aber auch, um keine Spuren zu hinterlassen,“ erzählt Beritt Mahrt.

Deshalb bittet die Friedhofsverwaltung um Hinweise auf den möglichen Täter. So ließ er von einem anderen Grab bereits Blumen und Vasen mitgehen, an anderer Stelle verschwanden von einem Grab kleine Igel, mit dem ein Kind das Grab der Großeltern geschmückt hatte. Auf einem weiteren Urnengrab in der gleichen Gräberreihe hatte der Dieb offenbar Gefallen an einer in einer Vase aufgestellten Sonnenblume gefunden: Blume und Vase sind spurlos verschwunden. Eine Witwe fand ihre geplünderte Blumenschale später bei den Kindergräbern wieder.

„Die ganzen Zwischenfälle sind doch sehr skurril“, wundert sich Beritt Mahrt über die Häufung der Grabschändungen in einem eng begrenzten Teil der Urnengräber. Man habe durchaus schon „einen Tatverdächtigen im Auge“, doch gegen ihn spreche ein Merkmal: „Er würde die Wege um die Gräber nicht harken.“ So sind die Kirchengemeinde und auch die betroffenen Angehörigen auf Zeugenhinweise angewiesen.

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