zur Navigation springen

Lebenstraum : Blockhaus wird wieder aufgebaut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Hohenlockstedter Christian Wasserthal hat bei einem Brand seinen Lebenstraum verloren – jetzt soll das selbst errichtete Holzhaus wieder aufgebaut werden.

Fast zehn Jahr hatte Christian Wasserthal seinen Traum gearbeitet. Nach und nach entstand in der Liegnitzer Straße sein achteckiges – nach dem Feng-Shui-Prinzip gebautes – Naturstamm-Blockhaus. Doch wenige Tage vor dem Einzug vernichtete im November des vergangenen Jahres ein Feuer das Gebäude (wir berichteten). Aufgeben will der 74-Jährige jedoch nicht. „Ich bin voll in der Neuplanung“, sagt der Hohenlockstedter. Im Gegensatz zu vorher will er diesmal jedoch nur wenige Arbeiten selbst ausführen. Eine Firma soll das Blockhaus komplett liefern und teilweise auch aufbauen. Das neue Haus wird in Größe und Aussehen fast identisch mit dem alten Gebäude und eine Fläche von 400 Quadratmeter haben. „Wo bleiben meine Visionen, wenn ich es nicht wieder so aufbaue wie zuvor geplant?“

Das Feuer war spät in der Nacht am Schornstein aus – die genaue Ursache ist nicht ermittelt worden. „Es war wohl ein Zusammentreffen unglücklicher Umstände“, sagt Christian Wasserthal. Innerhalb weniger Minuten stand das Holzhaus in Flammen, nur verkohlte Balken blieben übrig. Die Versicherung übernimmt den Schaden, zieht allerdings die Betonplatte, das Fundament, von der Summe ab. Auch die Eigenleistung – Christian Wasserthal hat vom Sägen der Stämme bis zur Verlegung der Leitungen alles selbst gemacht – wird nicht angerechnet. Mit all diesen Arbeiten hat ein Sachverständigen den Wert des Hauses mit einer einer Millionen Euro ermittelt.

Die Anteilnahme nach dem Brand sei groß gewesen, sagt der 74-Jährige, bis nach Kanada habe sich das Unglück herumgesprochen. Von dort habe er zwei Tage nach dem Feuer von einer Firma, die von einem Deutschen geführt werde, ein Angebot für ein neues Blockhaus, das komplett nach seinen alten Plänen geliefert würde, bekommen. Doch im Preis sei man sich nicht ganz einig geworden.

Daraufhin habe er bei allen zehn Firmen, die er bereits vor zehn Jahren wegen des Baues des Blockhauses kontaktiert hätte, angefragt. „Und alle konnten sich an das Projekt erinnern.“ Ins Gespräch kam es jedoch nur mit einem Betrieb in Finnland, auch „weil bei vielen Firmen, die Blockhäuser bauen, die Auftragsbücher voll sind“. Mit den Finnen hofft Wasserthal jetzt ins Geschäft zu kommen. Auch wenn er einige Abstriche machen muss. Statt mit Zirben, kanadischer Zeder oder Douglasie wird mit Kelo-Holz aus Finnland gebaut. Diese Bäume wachsen im nördlichen Finnland, sind 100 bis 150 Jahre alt und sterben dann, weil sie keine ausreichende Nahrung mehr finden, an der Wurzel ab. „Fünf bis sieben Meter der Stämme können als Baumaterial verwandt werden,“ sagt Wasserthal. Sein Problem: Er braucht Stämme in einer Länge von bis zu 13 Metern. Aber auch hier hat der Autodidakt, der sich alle Arbeiten rund ums Holz selbst beigebracht hat, Lösungen parat. „Zwei Stämme werden jeweils mechanisch verbunden.“ Außerdem will er auch einige Douglasienstämme verbauen, die wie bereits beim ersten Bau aus dem Aukrug kommen. Neu wird die Zwischendecke aus Holz sein, zuvor war sie aus Beton. Das Innere des Hauses folgt den ersten Plänen. Grundlage ist das Achteck nach der chinesischen Feng-Shui-Lehre. Dieses beinhaltet die Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung, die durch eine besondere Gestaltung der Wohn- und Lebensräume erreicht werden soll. Die einzelnen Räume sind nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet und sollen Zufriedenheit, Vitalität und Harmonie ins Haus mit einziehen lassen. Oben drauf kam ein so genanntes Mandala-Dach, eine Konstruktion mit acht Balken, die sich selber stützen und deshalb keine Pfeiler benötigen. Dazu kommt erneut ein Werkstattgebäude mit 70 Quadratmetern. Speziell wird auch die Energieversorgung mit einem ausgeklügelten Be- und Entlüftungssystem sein.

Für den Aufbau will sich der 74-Jährige, der Meisterbriefe als Starkstromelektriker und Systemelektoniker hat, allerdings Hilfe holen. „Nach den fast zehn Jahren werde ich jetzt doch ungeduldig.“ Denn er hofft, zusammen mit seiner Frau Birgit noch in diesem Jahr in sein neues Naturstamm-Blockhaus einziehen zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen