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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

Selbstpflücken : Blaue Beere für Kuchen, Saft und Marmelade

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heidelbeeren für die Küche: Pflücksaison in Willenscharen neigt sich dem Ende entgegen.

Alljährlich in den Sommermonaten verwandelt sich ein Feldstück bei Willenscharen für einige Wochen zum Anziehungspunkt für hungrige Besucher aus ganz Norddeutschland. Mit Eimern bewaffnet ziehen sie aufs Feld, um dort Heidelbeeren zu pflücken oder einfach am Kuchenhaus einen frisch gebackenen Heidelbeerkuchen zu genießen. Die selbstgepflückte Ernte wird am Ausgang gewogen und bezahlt, und nicht wenige Gäste sind beim Verlassen des Heidelbeerhofs beachtlich bepackt.

Auch hinter den Kulissen des Fölsterhofs herrscht in der Hochsaison emsiger Betrieb. Ab Anfang Juli ist ein großes Team von Profipflückern auf den insgesamt rund 30 Hektar umfassenden Feldern unterwegs. Die Pflücker ernten Früchte, die tagesfrisch an Groß- und Einzelhandel verkauft werden. An jedem Strauch kann durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Saison gepflückt werden. Der Betrieb feiert im kommenden Jahr 30-jähriges Bestehen – und mit ihm viele der Heidelbeerbüsche.

Dass es die Pflanzen schon so lange gibt, haben sie besonders einer guten Pflege zu verdanken. Familie Fölster investiert gern in ihren „unbezahlbaren Schatz“, wie sie es nennt, denn die alten Pflanzen tragen meist aromatischere Früchte als die jungen. Dabei gibt es viel zu beachten. Der optimale Strauchschnitt ist genau festgelegt. Außerdem kommt einmal pro Woche ein Spezialist auf die Felder, um die Pflanzen auf mögliche Schädlinge oder Krankheiten zu untersuchen.

Reife Früchte müssen schnellstmöglich geerntet werden, zudem wird auch der Boden umgehend von Heidelbeeren gereinigt, um keine Schädlinge anzulocken. Bei der Bekämpfung unliebsamer Nutznießer arbeiten die Fölsters auch eng mit Mutter Natur zusammen, etwa mit Wanderfalken. Diese Raubvögel jagen kleinere Singvögel, beispielsweise Stare, die es wiederum auf die süßen Beeren abgesehen haben. Susanne Herbst-Richter, Lebensgefährtin von Inhaber Hans-Jörg Fölster, erklärt: „Wir haben extra Sitzstangen auf den Feldern verteilt, damit die Falken sich dort niederlassen können.“ So haben die Jäger ihr Revier bestens im Blick.

Nicht nur tierische Mitarbeiter freuen sich über die angenehme Arbeitsatmosphäre. Bei den mehr als 20 Mitarbeitern des Selbstpflückbereichs herrscht spürbar gute Laune. Sie weisen die Besucher freundlich an den Heidelbeersträuchern ein oder backen und verkaufen im Kuchenhaus. Dort gibt es auch vitaminreichen Heidelbeersaft und -marmelade zu kaufen, denn die dunkelblaue Beere ist ein echtes Allround-Talent. Susanne Herbst-Richter verrät das Geheimnis des beliebten, luftig-lockeren Kuchens: „Wir frieren die Beeren vor dem Backen einmal ein. Danach kommen sie direkt tiefgefroren in den Teig, so zerfallen sie nicht.“

Wer noch einmal in den Genuss des Selbstpflückens kommen will, sollte sich übrigens beeilen: Da schon viele Sträucher abgeerntet wurden, wird das Wochenende 13. und 14. August voraussichtlich die letzte Gelegenheit zum Heidelbeerpflücken bei Fölster bieten.

>Die Öffnungszeiten des Heidelbeerhofs Fölster in Willenscharen: Donnerstag bis Sonntag 9 bis 19 Uhr.

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