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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 21:29 Uhr

Brückensperrung : Betonklotz soll Autofahrer bremsen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Moorkanalbrücke darf noch nicht befahren werden - doch das Verbot wird trotz Absperrung oft missachtet.

Ärger an einer runderneuerten Brücke: Die Absperrung, die ein Aushärten des Betons gewährleisten soll, wird immer wieder von Autofahrern um- und die noch nicht fertige Brücke überfahren. Die Verbindung, die für 150  000 Euro erneuert wurde, führt über den Moorkanal. Der reine Bau dauerte vier Wochen. Die fünf Meter breite und 14 Meter lange Brücke wurde von der Firma Peters Bau aus Borsfleth ausgeführt, ist massiver, breiter und stabiler als die alte und mit einem metallischen Geländer versehen. Während der Bauzeit war parallel eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer eingerichtet worden, damit diese den Kanal passieren konnten. Nun muss der neue Brücken-Beton noch aushärten, weshalb das Bauwerk noch bis zum kommenden Mittwoch gesperrt bleiben soll.

Doch kaum war sie am vergangenen Mittwoch fertig, fuhren schon die ersten Autofahrer verbotenerweise darüber – trotz Absperrung. „Wir hatten am Abend eine Durchfahrtsperre aufgestellt, morgens um halb fünf war alles schon wieder weg geräumt und die Brücke überfahren worden“, sagt Bürgermeister Peter Pfahl. „Darunter leidet vor allem die Festigkeit des Bauwerks, es können Risse entstehen und eine spätere Nachbearbeitung notwendig werden.“ Die Brücke befindet sich auf einer beliebten Abkürzungsstrecke in Richtung Kreis Pinneberg. Sie wird von vielen Verkehrsteilnehmern als Schleichweg, beispielsweise zum Bahnhof Dauenhof, genutzt. Die scheint den Autofahrern so lieb geworden zu sein, dass sie auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschrecken, um sich ihren gewohnten Weg zu bahnen.

Seit dem 4. Juli weist bereits ein Schild an der Abfahrt von der Dörpstrat, etwa zwei Kilometer vor der Brücke, auf die Sperrung hin. „Schon hier müsste man eigentlich umkehren“, so Peter Pfahl. Dann – nach ein paar Kilometern über eine Straße durch Wiesen und Felder rund 150 Meter vor der Brücke – sperrt eine über die ganze Straße gezogene Absperrung mit einem „Durchfahrt verboten“-Schild die Zufahrt zur Brücke hin ab.

All das hält hartnäckige Autofahrer allerdings nicht davon ab, die Brücke zu nutzen. Die Absperrung direkt vor der Brücke wurde aus der Verankerung gezogen und komplett zur Seite geschoben. Andere haben sie über den seitlich gelegenen Deich hinweg umfahren, breite Reifenspuren im Gras zeugen davon. Um das zu unterbinden, hat der ansässige Bauer nun einen Pflug mitten im Weg aufgestellt, um die Durchfahrt auch dort zu versperren. Täglich musste der Bürgermeister die Durchfahrtsperre in den vergangenen Tagen wieder aufbauen, mittlerweile wurden ein tonnenschweren Betonklotz und ein mit Beton ausgegossenes Fass in die Mitte der Fahrbahn gelegt – auch das ohne größeren Erfolg. „Die Absperrungen wurden wieder weggeräumt, und es wurde einfach drumherum gefahren“, sagt der Bürgermeister empört. „All das sind schwerwiegende Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Die Fahrer machen sich schon strafbar, wenn sie das erste Verbotsschild zur Durchfahrt missachten, von den eigenmächtigen Veränderungen mal ganz zu schweigen.“ Nun warnt der Bürgermeister vor den Folgen, sollte jemand erwischt werden. „Sollten dadurch Schäden entstehen und die Gewährleistung in Kraft treten, könnten wir sie dafür heranziehen. Denn sollte die Brücke in den kommenden Jahren Risse bekommen, muss die Gemeinde dafür haften.“ Sie soll aber auf Dauer auch den Schwerlastverkehr von der Strecke heraushalten, besonders die 40-Tonner.

In vier Wochen wird auch die an die Brücke anschließende Straße mit einer neuen Asphaltdecke versehen werden, im ersten Teil bis Oktober von der Kreisgrenze Pinneberg aus auf einer Länge von zwei Kilometern in Richtung Westermoor – für 250  000 Euro. Der zweite Abschnitt folgt im kommenden Jahr. Die gesamte Maßnahme kostet die Gemeinde dann 400  000 Euro. So appelliert der Bürgermeister noch einmal, „die Absperrungen ernst zu nehmen und Straße und Brücke erst wieder zu befahren, wenn sie dafür frei gegeben sind“.

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erstellt am 18.Aug.2016 | 17:06 Uhr

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