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Norddeutsche Rundschau

07. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

Beschwingt durch eine lange Nacht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sechs Bands auf sechs Bühnen boten wieder Jazz vom Feinsten / Veranstalter kündigen schon jetzt eine Neuauflage an

Ein lauer Sommerabend, ein Ticket und sechs Bands: Das haben sich Sonnabend über 250 Freunde des guten Jazz nicht entgehen lassen. Sie „hoppten“ zum fünften Mal nach Lust, Laune sowie Platz zwischen sechs Auftrittsorten hin und her, um auf Augenhöhe tolle Bands sowie eine der besten Jazz-Musikerinnen Europas, Silvia Droste, zu genießen.

Wie gewohnt zeitlich versetzt, begann die von der Sparkasse Westholstein und der Glückstadt Destination Management GmbH unterstützte „Nacht des Jazz“ ab 19 Uhr im Wasmer-Palais mit dem Auftritt der Bigband der Musikschule Glückstadt. In dem sich rasch mit Publikum füllenden Stucksaal präsentierten Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Daniel Schröder mit viel Spielfreude das breite Spektrum ihres Könnens, welches mit der bekannten Erkennungsmelodie aus dem „Aktuellen Sportstudio“ begann. Mit weiteren swingenden und groovenden Musikstücken stimmten sie das Publikum auf die fünfte Nacht des Jazz ein.

Im Detlefsen-Museum bestimmte zu diesem Zeitpunkt der kraftvolle Sound des „Saxotones Quintetts“ die Szene. Großen Anteil hieran hatten die beiden Saxophonisten Max Herr und Karsten Ettling. Voller Leidenschaft und Inbrunst entlockten beide ihren Instrumenten alles, was die Puste hergab. Das Programm von McEbel – er trat im Café der Bücherstube Am Fleth auf – umfasste die ganze Bandbreite vom Country-Blues des Robert Johnson über Texasblues à la Stevie Ray Vaughan bis zum Chicago-Blues von Muddy Waters – alles gewürzt mit kleinen Ausreißern in den Soul eines Ray Charles. Beachtenswert war dabei die einzigartige Kombination von Musik und Gesang, denn McEbel präsentierte sich dem Glückstädter Publikum als „One-Man-Band“ der besonderen Art. Er bediente zu seinen Liedern das Fußschlagzeug, spielte Gitarre und begleitete sich zudem auf seiner Mundharmonika.

Sehr voll war es wieder im Restaurant „Der Kleine Heinrich“. Dort hatten ab 19.30 Uhr im Erdgeschoss die Musiker von „One Trick Pony“ die wohl kleinste Bühne Glückstadts erfolgreich in Beschlag genommen. Mit von der Partie war dabei auch als gefragter Lapsteel- und Banjospieler Boris „Bobby“ Sundmacher. Zusammen mit Eberhard Marold (Bass, Gesang), Gunther Andernach (Waschbrett, Percussion) und Jörg „Hank“ Ingwersen (Gitarre, Gesang) „räuberte“ sich das Quartett mit Cowboy-Romantik und frechen Swing durch die dreißiger bis fünfziger Jahre. „Ob dreiste Novelty Songs oder herzzerreißende Schnulzen – es groovt und swingt, dass es nur so klappert“: Damit dürften „One Trick Pony“ dem Publikum vor ihrem Auftritt sicherlich nicht zu viel versprochen haben.

Zum ersten Mal als Veranstaltungsort dabei, stellte der Ratssaal im Glückstädter Rathaus seine hervorragende Akustik unter Beweis. Die Brüder Jeffrey und Roberto Weiss spielten auf ihren Gitarren wie eine Einheit, ihre Finger flogen nur so über die Gitarrensaiten. Der Berufsmusiker Jordan Rodin erfüllte auf seiner Geige den Raum mit sehnsuchtsvollen Klängen, die so typisch für den Gipsy-Swing ist. Der junge Bassist Franz Blumenthal war eins mit seinem Bass, er untermalte nicht nur, sondern nutzte auch die Möglichkeit, die Präsenz seines Instrumentes immer wieder darzustellen. Im schönen Ambiente des Ratskellers waren Flügel und Mikrofon aufgebaut, die Gäste erwarteten die bekannte Jazz-Sängerin Silvia Droste und ihren Begleiter auf dem Flügel, Thomas Rückert. Dieser war für Martin Sasse eingesprungen. Dann endlich kündigte Nicolo Kramer als Vorsitzender des Vereins „Jazz in Glückstadt“ mit 15-minütiger Verspätung die Sängerin an. „Ich bin dankbar, heute nur das Mikrofon der Jazz-Vocalistin halten zu dürfen“, meint Kramer. Und dann sang Silvia Droste ihre Lieder, hier schöpfte sie zugleich die Vielfarbigkeit ihrer Altstimme und ihre Leidenschaft zur Improvisation aus. Einige Zuhörer schlossen die Augen, andere verfolgten gebannt die Darbietung.

Aufgrund des Erfolges der fünften Nacht des Jazz soll es im kommenden Jahr eine Neuauflage geben. „Es wäre schön, wenn wir hierzu dann auch dänische oder skandinavische Künstler gewinnen können“, sagte Nicola Kramer.





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erstellt am 22.Mai.2016 | 16:22 Uhr

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