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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 02:14 Uhr

Feuer : Beidenflether Mühle in Flammen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Großeinsatz der Feuerwehren Sonntagmorgen in Groß Kampen. Denkmalgeschützter Galerieholländer nicht mehr zu retten.

Sie galt als eines der architektonischen Wahrzeichen der Gemeinde: die denkmalgeschützte Mühle „Hoffnung“. Sonntagmorgen wurde sie ein Raub der Flammen. Der in Privatbesitz befindliche Galerieholländer, der um das Jahr 1840 datiert ist, brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zur möglichen Brandursache gab es gestern noch keine Angaben.

Gegen 2.50 Uhr gab es Großalarm für die Freiwillige Feuerwehr Beidenfleth und die Wehren der Umlandgemeinden. Die Beidenflether Mühle in Groß Kampen 2 stand in Vollbrand – schon bei der Anfahrt zum Gerätehaus konnten die Einsatzkräfte das lichterloh brennende Gebäude erkennen. Zusätzlich zur mitalarmierten Feuerwehr Wewelsfleth wurden die Kollegen aus Dammfleth, Brokdorf und Glückstadt mit der Drehleiter gerufen. Nach einer Dreiviertelstunde stürzte die Mühle in sich zusammen, und Teile rutschten auf das benachbarte Grundstück. Aufgrund der starken Wärmestrahlung brannte auch das dazugehörige Wohnhaus im oberen Stockwerk. Bei den Löscharbeiten gab es laut Feuerwehr das Problem, dass das Gebäude aufgrund des Brandes nicht zugänglich war und nur über die Drehleiter gelöscht wurden konnte. Das Wohnhaus war seit etwa einem Monat nicht mehr bewohnt, da die Familie vor kurzem auswanderte.

Eine große Anzahl von Feuerwehrleuten war gefordert, von verschiedenen Standorten die Einsatzstelle mit Löschwasser zu versorgen. Insgesamt wurden bei dem Brand sechs Angriffstrupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt. Ein Feuerwehrmann wurde mit einer leichten Rauchgasvergiftung ins Klinikum Itzehoe transportiert. Die Löscharbeiten liefen bis in den Morgen hinein.

Das historischen Gebäude, das seit den 1960er Jahren in die Stufe 1 der denkmalwerten Mühlen eingestuft war, lag in Schutt und Asche. Bis 1966 wurde die Mühle betrieben, nach einem Flügelbruch herrschte Stillstand. Danach war die Mühle in immer wieder wechselnder Privathand. „Für uns bedeutet das einen Kulturverlust“, erklärte Bürgermeister Peter Krey auf Anfrage unserer Zeitung. Die Mühle werde sicherlich nicht wieder aufgebaut werden. „Es ist schade, dass die Mühle nun verschwunden ist.“ Die Denkmalpflege des Kreises hatte den Anfang gemacht, die Restaurierung sollte fortgesetzt werden – was sich nun leider erledigt habe. Über die derzeitigen Besitzverhältnisse konnte Krey keine Auskunft geben.



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erstellt am 17.Apr.2016 | 17:28 Uhr

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