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Norddeutsche Rundschau

20. April 2014 | 22:56 Uhr

- Baby-Boom in der Bäckerei

vom

Familienglück im Laden: Gleich drei Verkäuferinnen stehen kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes

Hohenlockstedt | Für "vorbildliche Nachwuchsförderung" wurde die Bäckerei Soth im Mai von der Arbeitsagentur ausgezeichnet. Dass der Betrieb diesen Titel in ganz besonderer und ausgesprochen wörtlich zu nehmender Weise verdient, war der Behörde zu dem Zeitpunkt wohl noch nicht klar. Nun aber ist es für die Augen aller Kunden deutlich sichtbar. Die kugelrunden Bäuche von gleich drei Fachverkäuferinnen lassen keinen Zweifel: Hier ist was Kleines unterwegs.

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Und vielleicht können Sandra Giesen, Lena Röhrs und Merle Lüders - für alle drei ist es das erste Kind - sogar gemeinsam zum Kreißsaal fahren. Denn die voraussichtlichen Geburtstermine ihrer Babys sind der 3., der 6. und der 9. August. "Gab es einen Stromausfall?", fragen da die Kunden schmunzelnd. Oder: "Wart ihr auf Betriebsausflug?" Mit solchen und anderen scherzhaften Sprüchen wurden die Verkäuferinnen in den vergangenen Wochen überhäuft. Das nahmen sie allerdings mit Humor - ebenso wie Bäckermeister Martin Jeß.

Zwar ist ein solcher Fall in der Geschichte seines Betriebs noch nie da gewesen, aber aller guten Dinge sind ja schließlich drei. Und ganz nebenbei ist der Chef selbst nicht ganz unschuldig an dem bevorstehenden Kinderglück. Merle Lüders ist die Lebensgefährtin des Meisters, der noch nicht wissen möchte, ob sein Sprössling ein Junge oder ein Mädchen wird. Die zukünftige Mutter jedoch war neugierig und ließ den Arzt einen Blick ins Innere ihres Bauches werfen. Aber: "Man konnte es nicht sehen", sagt sie enttäuscht.

Bei Lena Röhrs ist schon klar, dass sie und ihr Lebensgefährte Danny Diesing demnächst ein Mädchen groß ziehen werden. "Mal gucken, was so auf einen zukommt", sagt sie gespannt. Den Namen ihrer Tochter will sie jedoch noch nicht preisgeben, ebenso wenig wie Sandra Giesen.

Das "Wunschkind" der Hohenlockstedterin und ihres Mannens Stephan wird ebenfalls ein Mädchen. "Vielleicht wird es ja ’ne Bäckerin", sagt Sandra Giesen lachend. Zusammen mit ihrer Mutter hat das Ungeborene ja bereits einige Monate hinter der Ladentheke verbracht.

Dabei kam es in den vergangenen Monaten öfter zu Engpässen: "Es war schon manchmal ein bisschen eng hinterm Tresen", sagt Sandra Giesen. Dafür seien die Kollegen stets hilfsbereit gewesen, wenn den Hochschwangeren der ein oder andere Handgriff einmal schwer fiel. Auch mancher Kunde zeige sich besorgt um die Gesundheit der Drei.

Während der bevorstehende Auszeit der werdenen Mütter - Röhrs und Giesen nehmen eine einjährige Elternzeit - springen ehemalige Mitarbeiter der Bäckerei ein. "Drei auf einmal zu ersetzen, ist schon nicht ganz einfach", sagt Martin Jeß. Doch zum Glück sei alles geregelt. Was den Boden in seinem Betrieb so fruchtbar macht oder ob möglicherweise ein besonders gesundes Mehl in seinem Brot das Kinderkriegen erleichtert - das bleibt das Geheimnis des Bäckermeisters.

von Michael Althaus
erstellt am 07.Jul.2012 | 09:51 Uhr

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