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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 21:03 Uhr

Ausbildung : Azubis werden knapp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sasol veranstaltet am Sonnabend Ausbildungsmesse im Brunsbütteler Werk. Demografischer Wandel zeigt erste Spuren.

Die Zeiten, in denen sich Ausbildungsbetriebe problemlos Azubis aus der Schar der Schulabgänger herauspicken konnten, sind so langsam vorbei. Das macht auch vor den großen Unternehmen im Brunsbütteler ChemCoast Park nicht halt: Azubis werden knapp. Wie schon länger von der Schrammgroup praktiziert oder auch von der Raffinerie Heide, will nun auch Sasol in Brunsbüttel eine eigene Ausbildungsmesse auf die Beine stellen, um Schulabgänger aus der Region auf sich aufmerksam zu machen.

„Als guter Ausbildungsbetrieb muss man was tun, um Nachwuchs für sich zu bekommen“, sagt Werkleiter Kay Luttmann. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass zunehmend junge Leute in der Lage sind, unter mehreren Zusagen für eine Berufsausbildung den Betrieb auszuwählen, der ihnen am Besten gefällt. Wolfgang Pfeffer, Ausbildungsleiter bei Sasol, weiß, dass inzwischen in manchen Unternehmen Lehrstellen unbesetzt bleiben. Im Chemiewerk an der Fritz-Staiger-Straße arbeiten 700 Menschen, darunter 39 Auszubildende. 16 neue Azubis werden am 1. August anfangen – als Chemikanten, Laboranten, Elektroniker und Industriemechaniker. Aber auch bei Sasol wird auf das kommende Jahr geguckt. Die Bewerbungen für 2017 werden bald anlaufen. Mit der Azubi-Messe will das auf Produkte um Tonerden spezialisierte Werk rechtzeitig dafür sorgen, dass dann kein Platz unbesetzt bleibt. Ausgebildet wird bei Sasol für den eigenen Bedarf.

Auch andere Arbeitgeber werben verstärkt um Schulabgänger als zukünftige Azubis, haben laut Pfeffer erkannt, dass sie früh dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel vorbeugen müssen. Wie groß die Konkurrenz ist, beschreibt der Ausbildungsleiter so: Vom doppelten Abiturjahrgang, der in den nächsten Wochen auf den Arbeitsmarkt komme, habe man bei Sasol nichts bemerkt – „Wir hatten ein Drittel Bewerbungen weniger.“ Gymnasiasten sind in der Regel die Kandidaten für eine Laboranten-Ausbildung. Keine Frage, so Pfeffer: „Wir merken, dass der Wettbewerb härter geworden ist.“ Erste Firmen beteiligen sich an Führerscheinkosten ihrer Azubis oder an der Miete für eine Wohnung. Pfeffer legt erstmal Wert darauf, dass auch eine gute Ausbildung ein sinnvolles Angebot an Schüler ist. Jahrgangsbeste auf Landesebene gehören bei Sasol längst dazu. Trotzdem: Wo die Umgebung der Schleusenstadt als Einzugsbereich bisher genügte, wirft Sasol den Blick inzwischen weit in die Region zwischen St. Peter-Ording – dort gibt es eine Partnerschule – und Elmshorn sowie Bad Bramstedt.

An der Fritz-Staiger-Straße richtet sich das Augenmerk aber zunächst auf Sonnabend, 4. Juni. Von 10 bis 15 Uhr werden die jetzigen Azubis interessierten Schülern ihre Arbeit vorstellen, über Ausbildung und Perspektiven informieren. Ein Prinzip, dass sich seit langem auf ähnlichen Veranstaltungen bewährt hat. Die Ausbilder halten sich im Hintergrund. An den Stationen der Chemikanten, Laboranten, Anlagen-Elektroniker und Industriemechaniker können die Schüler auch selbst tätig werden, sich etwa ein Duschgel herstellen oder einen LED-Würfel. Für beides stellt Sasol Grundstoffe her.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 05:46 Uhr

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