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Norddeutsche Rundschau

04. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Großfeuer : Aufräumarbeiten in der Brandruine

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vermutlich ein technischer Defekt hat das Wirtschaftsgebäude in Beidenfleth in Flammen gesetzt / Radfahrer entdeckten das Feuer

Fast auf den Tag genau vor 150 Jahren machte ein Bauernhof in Beidenfleth-Großkampen schon einmal Schlagzeilen: Der Massenmörder Timm Thode brachte hier seine achtköpfige Familie um. Am Freitagnachmittag wurde das Wirtschaftsgebäude des Hofes, der seit drei Jahren von dem 38 Jahre alten Bauern Sascha Brandt bewirtschaftet wird, durch ein Großfeuer komplett zerstört. Den Feuerwehren aus Beidenfleth, Wewelsfleth, Brokdorf und Dammfleth gelang es in einem rund zwölfstündigen Großeinsatz, das benachbarte Doppelhaus vor einem Übergreifen der Flammen zu bewahren. Zur Unterstützung war auch die Drehleiter der Glückstädter Feuerwehr angerückt (wir berichteten).

Dennoch: Der Sachschaden ist beträchtlich und wird auf annähernd eine halbe Million Euro geschätzt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen. Es wird ein technischer Defekt vermutet. „Eine Selbstentzündung schließen wir aus“, waren sich Sascha Brandt und sein Vater Otto Brandt angesichts der Tatsache, dass hier aktuell kein frisches Heu eingelagert wurde, einig. Der 65-jährige hatte den Hof zuvor 40 Jahre lang bewirtschaftet. Radfahrer, die am Freitagnachmittag kurz vor 16.30 Uhr an dem Brandt-Hof vorbeikamen, hatten das Feuer aus dem Wirtschaftsgebäude als erste bemerkt und Alarm geschlagen. Sascha Brandt, der auf dem Feld beim Strohpressen war , und sein Vater, der mit dem Mähdrescher arbeitete, hatten das Feuer zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt.

Während sich das Feuer weiter ausbreitete, konnten noch wertvolle Geräte sowie drei Rinder – ein Jungtier und zwei tragende Kühe – ins Freie gebracht werden. Die übrigen Rinder grasten an diesem Nachmittag auf den Weiden. Strohvorräte wurden ebenso ein Raub der Flammen wie die Melkanlage und eine moderne Getreideanlage. „Wir hatten hier bereits rund 150 Tonnen Weizen eingelagert“, berichtete Sascha Brandt. Das Getreide wurde sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf vorgehalten.

„Unsere Löscharbeiten dauerten bis zum nächsten Morgen um 4 Uhr“, berichtete der Einsatzleiter, Beidenfleths Wehrführer Klaus Voß. Den ganzen Sonnabend blieben die Beidenflether Feuerwehrleute am Einsatzort, um weitere Nachlöscharbeiten vorzunehmen, mit dem Einsatz eines Baggers Glutnester freizulegen und Gefahren durch drohende Mauereinstürze zu beseitigen.

Monteure der Schleswig-Holstein Netz AG, der früheren Schleswag, klemmten noch während der Löscharbeiten die Stromversorgung ab. Das Melken der Kühe musste auf freiem Feld über eine kurzfristig beschaffte Notstromanlage vorgenommen werden.

Da auf dem Brandt-Hof in den nächsten Monaten keine Stallungen mehr zur Verfügung stehen werden, geht es nun darum, ein Gastquartier für etwa 85 Rinder für den kommenden Winter zu finden.  

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