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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Glückstadt : Auf dem Weg zum attraktiven Stadtteil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Konzept für Glückstadt-Nord vorgestellt / Sanierungsverfahren in den Startlöchern / Fachleute rechnen mit Image-Veränderung in 15 Jahren

Im Stadtteil Glückstadt-Nord eine attraktive, blühende Wohn- und Lebensqualität zu etablieren, das ist der Plan. „Das wird – alles zusammen gesehen – eine schwierige Aufgabe“, fasste Glückstadts Bauamtsleiter Lüder Busch sein Fazit in einem kurzen Satz zusammen. Etwa 15 Jahre werden vermutlich ins Land gehen, ehe von einer Veränderung des Stadtteils gesprochen werden kann. Dies war die grobe Richtung, die in einer Informationsveranstaltung der Stadt und der mit einer Untersuchung beauftragten BIG Städtebau GmbH mit betroffenen Bürgern in der Aula der Elbschule diskutiert wurde.

Städtebauliches Entwicklungskonzept und Voruntersuchung sind Voraussetzung dafür, Städtebauförderungsmittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ erhalten zu können. Aber: „Um es klar zu sagen: Wir stellen hier ein Konzept vor, keine abschließende Planung. Wir geben Zielvorstellungen. Wie sich alles entwickelt, wird erst später entschieden“, sagten sowohl Lüder Busch als auch Carolin Ahrens (BIG). Fest steht – so die Untersuchung – dass in Glückstadt-Nord funktionale und städtebauliche Missstände vorliegen. Die BIG schlägt daher unterschiedlich zu behandelnde Sanierungsgebiete in einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept vor. Je zu einem Drittel teilen sich Bund, Land und Kommune die zu erwartende Kosten.

Da umfassende Sanierungen geplant sind, sollen auch Haus- und Grundbesitzer mit ins Boot geholt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch für diese hohe Zuschüsse für Modernisierungen möglich. Dazu machen steuerliche Abschreibungen den finanziellen privaten Aufwand vermutlich erträglich. Die Kröte für die Grundstücksbesitzer: Es wird ein so genannter Anfangswert ermittelt, der sich nach Ende der gesamten Sanierungsmaßnahmen zu einem Endwert, der „Bodenwertsteigerung“, aufsummiert. Dieser Ausgleichsbetrag ist privat zu tragen. Dafür sind Grundbesitzer im inneren Sanierungskern aber auch von Abgaben nach dem Kommunalen Abgabengesetz befreit. In Verlegenheit brachte ein Anlieger die Referenten, als er polemisch anmerkte, dass „seit 30 Jahren nichts investiert wurde, daher erst einmal von einer Wertminderung zu sprechen“ sei.

„Unser Ziel dieses Angebots ist eine Imageverbesserung durch eine Neuordnung und Stärkung des Wohnraumangebotes, der sozialen Infrastruktur und die Optimierung der Verkehrssituation“, erklärte Carolin Ahrens. Die Planerin vertrat in ihrem Referat die Auffassung, „dass hier mehr gehen könnte, um eine städtebauliche Mitte des Stadtteils herzustellen.“ In dem Zusammenhang brachte sie auch die immer wieder im Gespräch stehende Fußgängerbrücke über die Bahntrasse von Nord zum angrenzenden Stadtteil Tegelgrund ins Gespräch. Carolin Ahrens: „Der Stadtteil bietet Chancen und Potenziale. Unser Konzept mit unendlich vielen Themen und Maßnahmen bildet nur den Rahmen in einem Prozess über viele Jahre.“ Darum sollen möglichst alle Seiten angehört werden, um Prioritäten zu setzen.

Dazu gehört auch der Themenkreis „Soziale Stadt“, in dem der Ausbau sozialer öffentlicher Einrichtungen, Grün- und Parkflächen, Orte der Begegnung, Nahversorgung und Dienstleistungen, Aufenthalt und Freizeit propagiert wird. So genannte „nicht-investive“ Maßnahmen – Aktionen unter Bürgerbeteiligung – sollen Zusammenleben fördern und helfen, das Image des Stadtteils zu verbessern. Dafür steht ein Fonds aus Städtebaufördermitteln von jährlich 20  000 Euro zur Verfügung. Ein Beirat steuert die gesammelten Ideen und entscheidet über die Maßnahmen.

In der allgemeinen Diskussion beschwerten sich die Besucher allerdings mehr über mangelnden Parkraum, Baumschnitt, Straßenbeleuchtung, Hunde-Hinterlassenschaften oder Gehwege als über finanzielle Belastungen der Grundstücksbesitzer. Lüder Busch, der die Gesamtinvestition der Sanierung in Rücksprache mit der BIG „völlig aus der Luft gegriffen, nicht spezifiziert und nicht konkret“ mit etwa 34 Millionen Euro veranschlagte, rief Grundbesitzer dazu auf, Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Das Sanierungsverfahren wird noch in diesem Jahr mit einem politischen Beschluss, dem die Genehmigung der Maßnahmen und Finanzierung von Fördermittelgeldern voraus geht, in Gang gesetzt. 2017 wird das Sanierungsgebiet eingerichtet; danach ist mit dem Beginn der Maßnahmen zu rechnen.

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