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Norddeutsche Rundschau

06. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

Auch das neue Herz schlägt nur für seine Frau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Das war wie ein Sechser im Lotto“, erinnert sich Bernd Collmann an den 11. September 1990. An diesem Tag wurde ihm in der Kieler Uni-Klinik ein fremdes Herz implantiert und damit sein Leben gerettet. „Damit lebe ich jetzt schon seit 26 Jahren“, ist der 73-Jährige dankbar. Heute feiert der gebürtige Wilsteraner gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Ehefrau Gudrun geb. Schlacht, die aus Königsberg/Ostpreußen stammt, das Fest ihrer Goldenen Hochzeit.

Vor 50 Jahren wurden beide von Pastor Schröder in der St.-Bartholomäus-Kirche zu Wilster getraut. Seitdem leben sie in einer Haushälfte der Gewobau in der Allee und fühlen sich hier sehr wohl. Viel Freude haben sie an ihren zwei Kindern Carina in Braderup und Jan in Pinneberg und an ihren fünf Enkelkindern.

Bernd Collmann hatte nach dem Besuch der Mittelschule bei Rudolf Meyer in Wilster den Beruf des Elektrikers erlernt. Nach beruflichen Stationen in Hamburg, Neumünster, bei Elektro-Holler in Wilster und in Schleswig kam er 1971 zu den Hamburgische Electricitäts-Werken, arbeitete anfangs im Kernkraftwerk Stade und dann als selbstständiger E-Betriebswärter in der Warte des Kernkraftwerks Brunsbüttel. Nach seiner schweren Herzerkrankung trat er 1994 in den Vorruhestand.

Ehefrau Gudrun kam nach der Flucht aus Ostpreußen und einem Jahr unter den Polen auf der Insel Wollin 1946 zunächst auf einen Bauernhof in Kollmoor, wurde 1948 in Oelixdorf eingeschult und wechselte 1955 nach Itzehoe. Nach der Schulzeit erlernte sie im Granitwerk Kolbe in Itzehoe den Beruf der Industriekauffrau, kam dann zum Straßenbauamt Itzehoe, bildete sich nebenbei zur Personalleiterin aus und war in der Behörde später „die rechte Hand des Büroleiters“.

Es folgten 22 Jahre als Hausfrau und Mutter der beiden Kinder. Dann hatte sie „im Alter von 50 Jahren das Glück, bei der Stadtverwaltung Itzehoe einen neuen Job zu finden“. Im Rathaus war sie für die Paten- und Partnerschaften der Stadt zuständig, wie beispielsweise mit Cirencester in England, La Couronne in Frankreich und Paslek, dem ehemaligen Preußisch-Holland in Polen. Was sie hauptberuflich im Rathaus erledigte, wurde vor 16 Jahren zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Geschäftsführerin der Kreisgemeinschaft Preußisch-Holland. Schwerpunkte sind die einmal jährlich anstehende Herausgabe eines Heimatbriefes an alle Mitglieder, die Organisation der jährlichen Heimattreffen und die Führung von Besuchergruppen durch das „Haus der Heimat“ hinterm Klosterhof. Ehemann Bernd hat als Ruheständler die Tätigkeit in der Verwaltung dieses Hauses ehrenamtlich übernommen.

Seit 1965 war Bernd Collmann aktiver Sänger in der Wilster-Liedertafel und von 1998 bis zu deren Auflösung Schriftführer. Jetzt singt er gemeinsam mit acht weiteren ehemaligen Liedertafel-Sangesbrüdern im Suder Gesangverein. In der Gewobau Wilster war er seit 1976 Mitglied des Aufsichtsrats und von 1984 bis 2014 Vorstandsmitglied. Gemeinsam mit seiner Frau hat er in der Vergangenheit weite Wohnmobil-Reisen nach Schweden, in den Süden und nach Polen unternommen, jetzt steuern sie hauptsächlich innerdeutsche Ziele an.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 09:42 Uhr

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