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Norddeutsche Rundschau

08. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

Deutsche Bahn : Arbeiten am Bahnhof verzögern sich

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Pendler werden am Bahnhof in Glückstadt noch auf Unterstellmöglichkeit warten müssen.

Noch ziehen sich die Arbeiten hin, aber es gibt zumindest einen Hoffnungsschimmer für die Pendler auf dem Bahnsteig in Richtung Itzehoe. Zumindest in der Hinsicht, im kommenden Jahr wieder ein Dach über den Kopf zu haben, wenn sie auf den Zug warten. Denn die Arbeiten am neuen Vordach für das Bahnhofsgebäude dauern noch etwas. 2015 wurde das alte Vordach abgerissen, weil es marode war. Gut 570  000 Euro soll das neue Bauvorhaben kosten, davon finanziert das Land 380  000 Euro, den Rest der Bund.

Zu sehen sind in der Tat zurzeit allerdings nur Arbeiten im Boden des Bahnsteiges. Dort wird in abgesperrten Bereichen per Bagger tief gegraben. „Wir holen die alten Fundamente heraus“, sagt Rainer Göttsch, Polier der ausführenden Firma Jürgen Martens. Die Fundamente der ehemaligen Stützbalken werden herausgebrochen. Kein leichtes Unterfangen. Die Erde muss zunächst vorsichtig herausgehoben werden, denn: „Es gibt keinen Plan für Leitungen in der Erde.“ Bekannt ist laut Göttsch nur, dass die Grundpfähle für das Vordach im Jahr 1936 gesetzt wurden. Wo welche Leitungen verlaufen, ist nirgendwo eingezeichnet. „Die müssen wir suchen.“ Und deshalb muss auch sehr sorgfältig gearbeitet werden.

Den Bau des neuen Bahnhofsvordaches hat die Deutsche Bahn in Auftrag gegeben, obwohl das Bahnhofsgebäude vor drei Jahren von der Bahn an einen Hamburger Bauunternehmer bei einer Versteigerung verkauft worden war. Denn für das Bahnsteigdach ist weiterhin die Deutschen Bahn zuständig, weil es sich auf dem noch Bahn-eigenen Betriebsgelände – dem Bahnsteig – ist. Zudem hat sich die Bahn im Gebäude mit einem Technikraum eingemietet.

2011 wurde das Bahnhofsgebäude samt Vordach unter Denkmalschutz gestellt. Deshalb muss die Bahn auch nach dem Abriss des alten, maroden Vordaches, dieses nach Vorgaben des Denkmalschutzes neu errichten. Die Denkmalbehörde erteilte bereits 2014 dafür die Genehmigung. Auch dafür, dass durch eine neue Prüfstatik die Stützen des Vordachs verändert werden dürfen. Und für diese muss jetzt das Fundament neu geschüttet werden. Für Rainer Göttsch und seinen Kollegen Andre Grabowski heißt das 1,28 Meter in die Tiefe baggern. 70 Zentimeter breit ist eine Grube und vier Meter lang. Und da es gleich mehrere Stützen geben wird, wird es insgesamt sieben Gruben geben. Die Männer haben jetzt erst angefangen. In jeder Grube wird eine Schicht Beton gegossen. „Diese härtet 28 Tage aus“, sagt Göttsch zum Zeitplan. „Nicht mehr im Januar“, antwortet er auf die Frage, wann mit einem fertigen Vordach zu rechnen ist. Es bestehe „kein Fertigstellungstermin“. Denn auch der Holzaufbau, den eine andere Firma vornimmt, sei aufwändig. Die Gesamtleitung des Projektes hat die Firma Martens.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 05:15 Uhr

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