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Norddeutsche Rundschau

03. Dezember 2016 | 14:46 Uhr

Itzehoe : Alte Gärtnerei wird neuer Wohnort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Kieler Projektbüro plant den Neubau von 36 Wohnungen mitten in der Innenstadt von Itzehoe ab Herbst 2016.

Blumen wachsen hier schon länger nicht mehr. Doch eine blühende Zukunft liegt trotzdem vor dem Gelände, auf dem Wilma und Herbert Eggert früher in der Straße Sandkuhle ihre Gärtnerei betrieben. „Bester Wohnkomfort“ lautet das Schlagwort der Firma Ting Projekte aus Schwentinental bei Kiel: 36 Wohnungen sollen mit dem genossenschaftlichen Vorhaben „Alte Gärtnerei“ entstehen.

Ein sonniges Grundstück, ruhig und doch mitten in der Stadt: Besser könne die Lage nicht sein, finden die Eheleute Eggert. Ihre „Blumen-Boutique“ betreiben sie weiter, „so lange es uns gut geht“, sagt Wilma Eggert. 1968 übernahmen sie die zu diesem Zeitpunkt gut 60 Jahre alte Gärtnerei von Max Grundler, unterhielten Geschäfte in der Bahnhofstraße und in der Feldschmiede, seit rund 35 Jahren dann nur noch in der Sandkuhle. Mehrere Gewächshäuser waren auf dem 4000 Quadratmeter großen Grundstück in Betrieb, die Freiland-Sommerblumen ein echter Kundenmagnet. Vor knapp zehn Jahren habe er die Gärtnerei still gelegt, sagt der 74-jährige Herbert Eggert. Seitdem befindet sich das Blumengeschäft im Wohnhaus, das frühere Wohngebäude steht leer und noch gesondert zum Verkauf.

Es sei nie eilig gewesen, die Gärtnereifläche zu veräußern, sagt Wilma Eggert. „Wir hatten immer den Kopf voll mit dem Geschäft.“ Das Grundstück selbst zu entwickeln, sei zu teuer, mache nur Arbeit und sei etwas für Fachleute: „Es musste schon so jemand kommen.“

So jemand, das ist Ting Projekte. Das Unternehmen entwickele Vorhaben für private Wohnungsgenossenschaften, erläutert Geschäftsführer Ferdinand Borchmann-Welle. Dabei übernehme es vor allem die Bauphase: „Das ist das Schlimmste für Leute, die sich damit nicht auskennen.“ Hinterher werde die Genossenschaft an geeignete Mitglieder übergeben, Ting stehe aber weiter beratend zur Verfügung. Die Genossenschaftler sind Mieter oder Eigentümer, deren Einlage rund ein Viertel der Summe beträgt, die es kostet, ihre Wohnung zu bauen.

Zwei Häuser mit insgesamt 36 Wohneinheiten sind im Projekt „Alte Gärtnerei“ geplant – die Hälfte davon öffentlich gefördert, die andere frei finanziert. Für beides habe Itzehoe Bedarf, sagt Borchmann-Welle. Und: „Nach unserem Wissen gibt es sehr wenig barrierearmen Wohnraum in Itzehoe.“ Es werde altersgerecht gebaut, „in unseren Wohnungen kann man in jeder Lebensphase wohnen“. Durch die monatlichen Treffen der Genossenschaft schon in der Bauphase entstünden zudem gute Gemeinschaften und eine gute Nachbarschaft.

Projekte in Kiel, Kaltenkirchen, Preetz oder auch Laboe hat Ting schon umgesetzt, viele weitere laufen landesweit. Der Vertrieb für die „Alte Gärtnerei“ startet jetzt, und Borchmann-Welle ist sehr zuversichtlich schon wegen der hervorragenden Lage: „Diese spielt eine ganz entscheidende Rolle.“ Im Herbst sollen die Bauarbeiten starten, und Wilma Eggert freut sich bereits auf das neue Leben in direkter Nachbarschaft: „Ich stelle mir das sehr schön vor.“


>Das Projekt wird heute im Ausschuss für städtisches Leben vorgestellt. Er tagt in öffentlicher Sitzung um 17 Uhr im Historischen Rathaus.

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erstellt am 30.Mai.2016 | 11:59 Uhr

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