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Norddeutsche Rundschau

30. Juni 2016 | 14:18 Uhr

Gesellschaft : Alarm an jedem fünften Tag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Feuerwehr Wilster zieht Bilanz nach einem der einsatzstärksten Jahre in ihrer 145-jährigen Geschichte

Thomas Tönsen hat der Stadt Wilster Ausgaben von 72 600 Euro erspart – durch ehrenamtlichen Einsatz bei der Feuerwehr. Diese Rechnung machte Wehrführer Ralf Theede bei der Verabschiedung eines Feuerwehr-Urgesteins auf. Er machte damit zugleich deutlich, dass das Engagement der freiwilligen Helfer eigentlich unbezahlbar ist. Tönsen war 1967 in die Feuerwehr eingetreten. In fast 49 Jahren kam er hochgerechnet auf 1000 Einsätze. „Rechnet man dafür jeweils nur zweieinhalb Stunden, so kommt man bei einem angenommenen Stundenlohn von 15 Euro auf 72 600 Euro Verdienst“, sagte Theede auf der Jahresversammlung in der Feuerwache. Die rund 1000 Dienstabende hatte er dabei noch nicht einmal mit einbezogen. Thomas Tönsen hätte wohl auch noch weiter zur Verfügung gestanden. Aber auch nach der Anhebung der Altersgrenze für Einsatzkräfte ist für ihn mit 67 Jahren nun Schluss.

„Das ist alles keine Selbstverständlichkeit“, lobte Bürgermeister Walter Schulz die Leistungen nicht nur von Tönsen, sondern von allen Aktiven in der Feuerwehr Wilster. Die Männer und Frauen seien „vielseitig, verfügen über ein umfangreiches Wissen und die erforderliche körperliche Fitness“, stellte der Dienstherr zufrieden fest und spendierte zum Auftakt der Versammlung ein Essen, dem man – wie Sönke Goos von der Polizei Wilster anerkennend feststellte – „das schmale Budget der Stadt gar nicht anmerkte“. Zu den weiteren Gästen aus Politik, Verwaltung und vom Deutschen Roten Kreuz hatten sich Vertreter der Partnerwehr Fürstenberg gesellt.

Wehrführer Theede machte in seinem Jahresbericht deutlich, wie sehr die Helfer im vergangenen Jahr gefordert waren. „Im Schnitt hatten wir jeden fünften Tag einen Einsatz“, bilanzierte er. Insgesamt waren es 76. Den größten Schrecken hat ihm dabei ein Feuer im Seniorenheim eingejagt. „Da hat man plötzlich die Verantwortung für 17 Menschen“, sagte Theede – und noch Monate danach war ihm die Erleichterung anzumerken, dass alles glimpflich ausgegangen war. Noch lieber berichtete er daher vom wohl kuriosesten Einsatz 2015, als nach einem Wasserrohrbruch einem Friseurgeschäft mit Löschwasser geholfen werden musste. „Sonst wären zwei Damen an dem Tag wohl noch sehr viel blonder geworden“, erzählte der Wehrführer.

Unterm Strich hatte die kreisweit älteste Feuerwehr die vierthöchste Einsatzzahl in ihrer 145-jährigen Geschichte. Dabei ist die Wehr auch personell gut aufgestellt. 53 Männer und vier Frauen gehören der aktiven Truppe an, zwei mehr als im Jahr davor. Hinzu kommen 88 passive Mitglieder, 28 Jugendfeuerwehrleute und zehn Angehörige der Ehrenabteilung. Die Präsenz der Helfer bei Einsätzen aller Art wird offenbar auch von der Bevölkerung honoriert. Kassenverwalterin Sabine Maaß legte einen positiven Bericht vor. Dabei konnte auch der Eingang von Spenden in einer Rekordhöhe von 5200 Euro verbucht werden.

Bewegung kommt auch in den Fuhrpark. Vor dem Maifeuer am 30. April soll das neue Einsatzführungsfahrzeug eingeweiht werden. Und schon in zehn Tagen wird die vom Gesetzgeber jetzt auch für Wilster vorgeschriebene Drehleiter für erste Testeinsätze erwartet. Auch bei der in Wilster stationierten Kreis-Einheit des Löschzugs Gefahrgut soll es bald Ersatz für ein mittlerweile schon 28 Jahre altes Fahrzeug geben. Eine entsprechende Ausschreibung liegt bereits im Kreishaus.

Insgesamt zog ein gut gelaunter Ralf Theede eine positive Bilanz der vergangenen zwölf Monate: „Es macht Spaß mit euch und ich fühle mich als Wehrführer sehr wohl.“

 

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erstellt am 29.Feb.2016 | 17:13 Uhr

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