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Norddeutsche Rundschau

10. Dezember 2016 | 23:35 Uhr

Familiengeschichte : Ahnentreffen an historischer Stätte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Urenkel von Werftgründer Johann Junge will die wechselvolle Geschichte des Döblin-Hauses in Wewelsfleth aufarbeiten.

Die Familien Junge und Möller haben in der Gemeinde Wewelsfleth ihre Spuren hinterlassen. Die Töchter des Krämer- und Hökerladens Möller in der Dorfstraße 3 heirateten 1861 die Söhne der Junge-Werft. Das heute unter Denkmalschutz stehende Döblin-Haus wurde viele Jahrzehnte der zentrale Mittelpunkt beider Familien. Die wechselvolle Geschichte des Hauses stand bei Karl-Theodor Junge jetzt im Mittelpunkt, als er mit einigen Familienangehörigen, alles Nachfahren der Familien Junge und Möller, in Wewelsfleth zu Besuch war.

Der 74-Jährige ist der Urenkel von Werftgründer Johann Junge und wohnt mit seiner Familie in Lübeck. Er will die Geschichte des Alfred-Döblin-Hauses aufarbeiten und die verschiedenen Nutzungen des Gebäudes niederschreiben.

Das Haus wurde 1698 als Kirchspielvogtei gebaut. Familie Möller unterhielt hier bis in die 1950er Jahre einen Kolonialwarenladen, der Junge-Werft dienten die Räume als Zentrale und gleichzeitig Johann-Hinrich Junge mit Familie als Wohnung.

Nachdem Günter Grass das Haus 1970 vor dem Verfall bewahrte und dort seinen „Butt“ schrieb, schenkte der Schriftsteller 1985 das Anwesen der Stadt Berlin. Heute können bis zu neun Jungautoren der Berliner Akademie der Künste im Alfred-Döblin-Haus ihre Stipendiatszeit verleben und sich ganz der Schriftstellerei widmen.

Karl-Theodor Junge ließ sich und seine Familie von Hausdame Desirée Tiedemann das Haus mit 330 Quadratmetern Wohnfläche zeigen. Im Erdgeschoss sind noch die eingebauten Fächer des Krämerladens sichtbar, die gute Stube hat Kacheln an den Wänden und durch die Wohnküche weht Geschichte. Alte Holztreppen führen in die beiden zweckmäßig eingerichteten Obergeschosse, wo die Stipendiaten Platz für sich und zum Schreiben haben. Karl-Theodor Junge will weitere Informationen sammeln, er hat bereits 500 Postkarten und Briefe durchgesehen und will auch mit Desirée Tiedemann in Kontakt bleiben. „Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, ist Junge sich sicher.

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